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Brasilien Boipeba – Meine Trauminsel in Bahia

Brasilien Boipeba, Radfahrer vor Moreré

Brasilien Boipeba

Die Anreise auf die noch ursprüngliche Ilha Boipeba ist nicht ganz einfach. Da ich gerade in Morro de Sao Paulo auf Ilha de Tinharé bin, buche ich einen Tagesausflug nach Boipeba zu den Piscinas Naturais.  Mittags will ich mich dann am Praia Boca da Barra in Vela Boipeba absetzen lassen. 

Brasilien Boipeba, Pousada Pouso da Mare, Früstück am Meer

Früstück am Meer vor meiner Pousada Pouso da Mare

Brasilien Morro de Sao Paulo und Ilha de Boipeba

Strand von Ilha de Boipeba

Vela ist mit ca 1.600 EW der größte Ort der Insel und einer der ältesten Orte Bahias. Schon 1537 gründeten die Jesuiten das Dorf und noch heute ist der Dorfplatz mit der Kirche erhalten.
Ich lasse mein Gepäck im ersten Strandrestaurant und schaue mich erstmal etwas um. Nach einigem Suchen entscheide ich mich dann für die Pousada Pouso da Mare, direkt am Strand. Ein Glücksgriff!

Brasilien Boipeba, leere Straße im Ort Vela Boipeba

Vela Boipeba

Zu meiner Inselerkundung am nächsten Tag gehört ein längerer Strandspaziergang nach Moreré:
Ich gehe von meiner Pousada in Boca da Barra bis zum Ende des Strandes. Durch den schattigen Wald, vorbei an der „Talstation“ des Kabinenliftes zur Pousada Mangabeiras. Die extreme Luftfeuchtigkeit lässt mir schon nach kürzester Zeit das T-Shirt klitschnass am Körper kleben.
Nach dem Wald beginnt der Praia Tassimirim. Hier herrscht Einsamkeit. Aus dem Nichts tauchen plötzlich nach einigen kleineren Felsen ein paar fußballspielende Kinder auf.
Daneben liegt ein gut besuchtes Strandrestaurant. Ich wundere mich, wo an dieser Stelle all die Leute herkommen? Irgendwo, etwas weiter im Inneren, muss da wohl ein kleines Resort sein?
Ich gehe weiter und bin schon bald wieder allein auf weiter Flur. Nur ein einsamer Esel kommt mir entgegen getrottet – weit dahinter sein Besitzer.

Brasilien Boipeba, Esel am Strand von Boipeba

Esel am Strand von Boipeba

Schon von einiger Entfernung erkenne ich dann, dass es weiter vorne problematisch werden kann. Ich bin zwar darauf vorbereitet, dass ich einen kleinen Fluß durchwaten muss, aber doch bitte nicht so was?
Auf der gegenüberliegenden Seite erkenne ich durch Bäume und dichtes Gebüsch einen Holzzaun. Da soll dann irgendwo ein Gatter sein, das ich öffnen kann.
Aber erstmal gehe ich am Ufer des Rio Oritibie auf und ab um die seichteste Stelle zu finden.
Während ich noch überlege, ob ich erstmal ohne meinen kleinen Rucksack mit der Kamera prüfen soll, ob ich eventuell sogar ein kleines Stück schwimmen muss, sehe ich auf der anderen Seite einen Einheimischen. Ich scheine also prinzipiell schon mal an der richtigen Stelle zu sein.
Schließlich fasse ich mir ein Herz, nehme Sandalen und Rucksack in die Hände und wate vorsichtig los. Schnell bin ich bis zu den Oberschenkeln im Wasser und es steigt noch weiter. Bis zum Bauchnabel geht das dann noch, ehe das andere Ufer zum Glück langsam ansteigt. Drüben angekommen, sehe ich wie der Einheimische sein Glück weiter Richtung offenes Meer versucht. Scheint die bessere Wahl zu sein.

Brasilien Boipeba, Kokoshain auf dem Weg nach Moreré

Kokospalmenhain auf dem Weg nach Moreré

Ich finde das Gatter und durchquere ein Feld von Kokospalmen. Und endlich, nach einem weiteren Strandabschnitt, erreiche ich schließlich Moreré, d.h. erstmal ein paar einzelne, sehr einfache Restaurants und einen kleinen Dorfstrand.
Der Besucherandrang hält sich in Grenzen. Vielleicht insgesamt 8 Traveller verteilen sich auf die Restaurants.
Ich gehe die einzige Straße, die zum Ausgang des Dorfes führt, entlang. Vorbei an 1 oder 2 Unterkünften und dem kleinen Supermarkt.
Am Ende dieser Straße steht an einer Kreuzung ein Traktor. Der dazugehörige offene Anhänger ist mit einfachen Sitzen ausgestattet. Ich erfrage die Abfahrtzeit. Obwohl die erst in 3 Stunden sein soll, freue ich mich schon jetzt auf die Fahrt
Pünktlich finde ich mich dann wieder ein. Mit der üblichen Verzögerung machen wir uns auf den Weg quer durch die Insel über die Dörfer zurück nach Vela de Boipeba.

Brasilien Boipeba, Öffentlicher Nahverkehr

Öffentlicher Nahverkehr in Boipeba

Brasilien Boipeba – Anreise und Tipps/Info

Am einfachsten ist es von Valenca auf dem Festland. Es gibt eine Fährverbindung mit dem Speedboot (ca 1 ½ Stunden, 40 RS) oder eine preiswerte Fähre, die allerdings 4 Stunden braucht.
Erstaunlicherweise gibt es auch einen Flug von Salvador da Bahia nach Boipeba(!).
In 30 Minuten für 550 RS (ca 140 €).
Die dritte Möglichkeit ist es einen Tagesausflug von Morro de Sao Paulo zu buchen und sich absetzen zu lassen.

TIPP: Zurück von Moreré sollte man sich auf keinen Fall die pittoreske Traktorfahrt (10 RS) entgehen lassen! Ich weiß allerdings nicht wie oft der Traktor fährt. Mein Warten bis 16 Uhr hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Fahrt geht vorbei an kleinsten Dörfern bzw. Häuseransammlungen, Feldern und einsamen Hütten. Man bekommt einen tollen Eindruck vom kargen, dörflichen Inselleben.

Brasilien Boipeba, Straße am Hafen

Straße am Hafen von Boipeba. Gut gegessen habe ich auch im Flor da Lua, das man im Hintergrund sieht.

Unterkünfte auf Boipeba / Vela Boipeba

Die Insel hat drei weitere Orte: São Sebastião, Moreré (mit einfachen Unterkünften) und Monte Alegre. Ich habe in Velha Boipeba gewohnt. Von hier fahren auch die Boote, zB nach Valenca.
Auf Boipeba gibt es mehrere Pousadas im Ort Vela Boipeba und direkt am Strand im Umkreis von 200 Metern. Man sollte abends auf jeden Fall auch ins Dorf gehen. Um den Dorfplatz, unterhalb der alten Kirche, gibt es eine Reihe von Restaurants. Am Wochenende ist die Attraktion, dass hier getanzt wird!

Brasilien Boipeba, Pool der Pousada Mangabeiras

Boipeba: Pool der Pousada Mangabeiras, die auf einem Berg liegt und mit einem Lift zu erreichen ist!

Pousada Mangabeiras, Gehoben. Mit Pool und tollem Blick. Es fährt sogar ein Lift den Berg hoch! Ca 2 Minuten nach Pousada Tassimirim im Wald.
Mein Tipp: Pousada Pouso da Mare. Schöner Garten. Man sollte versuchen eines der beiden Zimmer direkt am Strand zu bekommen. 200 RS (50€). Mein bestes Frühstück! Manager ist der Brasilianer Kenner.
Pousada Tassimirim liegt am Ende des Strandes Boca da Barra. Schöner Garten mit Liegestühlen auf kleiner „Terrasse“. Sie gehört einem Deutschen. Zimmer und kleine Chalets. Preise um die 200 RS. Von hier ca 15 Min. bis zum Dorf am Strand entlang. Durch den Wald, zum einsamen Strand Tassimirim (Richtung Moreré) sind es etwa fünf Minuten.
Pousada Santa Clara, 2 Minuten vom Strand, ab ca 20o RS. In sehr schönem, schattigen Garten. Obere Zimmer sind luftiger. Abends sehr gutes 3-Gang-Menü. Der New Yorker Charles ist extrem hilfsbereit!
Pousada Aldeia, 200m vom Pier. Einfach und beliebt. Im Ort, mit schönem Garten. Ich bin achtlos dran vorbeigelaufen, habe habe später Traveller getroffen, die gerne dort übernachtet
haben.

Brasilien Boipeba, Pousada Pouso da Mare

Pousada Pouso da Mare am Strand von Boipeba

Allgemeine Info

Währung: 1€ = 4,091 RS (Stand November 2015)
Reisezeit: November
Wetter: Sonne, um die 30 Grad
Die angegebenen Preise für Unterkünfte beziehen sich auf die Nebensaison!

Ilha de Boipeba hat keine Bank oder  Geldautomaten!

Brasilien, Ilha de Boipeba, Plan der Insel

Brasilien Ilha de Boipeba, etwas unscharfer Plan der Insel

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9 Kommentare

  1. Hach, und das wo mir Brasilien seit Tagen im Kopf rumschwirrt ;-). Jetzt ist es um mich geschehen und das Reiseziel für die nächsten Sommerferien ist definiert.
    Danke für die Entscheidungshilfe!
    Lieber Gruss,
    Ellen

  2. Hi, netter Bericht. Danke! Allerdings bin ich absolut kein Hotel- Typ. Aber Campingplätze scheinen in der Gegend eher etwas “Exotisches” zu sein. Oder fiel Dir mal was auf?!? LG Jörg

    • Hallo Jörg, ich muss gestehen, darauf habe ich nicht so geachtet. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass es zumindest in Moreré so etwas gibt. BG, Peter

      • Danke. Schau’n wir mal. Nächstes Jahr ist ohnehin erstmal wieder Frankreich angesagt. Weiter gute Reisen! Viel Spaß!

  3. Wow! Also Südamerika war bisher noch keines meiner Traumziele (außer Peru, wahrscheinlich wg Machu Picchu), aber deine Fotos machen echt Lust auf mehr. Das sieht superschön aus.
    LG
    Mischa

  4. Elke Cunningham sagt

    Hallo Peter,
    sieht toll aus & liest sich sehr interessant!
    Genieße die Zeit – aber da muss man sich bei dir wohl nicht soviele Sorgen machen, stimmt’s !?!
    Liebe Grüße aus Berlin
    Elke
    Ps. Ja, du hattest recht mit dem gehackten….

  5. Hallo Peter,
    interessanter Bericht mit schönen Fotos. Das Frühstückt sieht ja superlecker aus! Eine Frage: Wie sieht es dort mit Mosquitos / Stechmücken aus?
    LG,
    Philipp

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