Japan
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Kyo­to Sehens­wür­dig­kei­ten, High­ligts & hilf­rei­che Tipps

Kinkaku-Ji / Goldener Tempel Kyoto, Japan

Kyo­to und sei­ne Umge­bung hat unglaub­lich vie­le Sehens­wür­dig­kei­ten zu bie­ten. Die Stadt war von 794 bis 1868 die Haupt­stadt Japans und Sitz des kai­ser­li­chen Hofes. Die­se gut 1000 Jah­re haben ihren Nie­der­schlag gefun­den in den zahl­rei­chen bud­dhis­ti­schen Tem­peln, den Gär­ten, Kai­ser­pa­läs­ten, Shin­tō-Schrei­nen und tra­di­tio­nel­len Holzhäusern.

Die alte Kai­ser­stadt Kyo­to (ca 1,5 Mio EW) hat ins­ge­samt 17 Welt­kul­tur­stät­ten der UNESCO, 1600 bud­dhis­ti­sche Tem­pel und 400 Shin­to Schrei­ne. Sie liegt 450 Kilo­me­ter süd­west­lich von Tokio und nur 40 Kilo­me­ter nörd­lich von Osa­ka auf der Insel Hons­hu. Umge­ben ist sie auf drei Sei­ten von Bergketten.

Ich ver­sor­ge mich erst­mal in der Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on (bis 19 Uhr geöff­net) im Bahn­hof von Kyo­to mit dem Stadt­plan und einer Rei­he von Tipps zu den belieb­tes­ten Sehens­wür­dig­kei­ten. Auf dem Weg zu mei­nem Hotel kom­me ich an einer Bat­te­rie von Auto­ma­ten vor­bei. Ich stau­ne immer wie­der wie beliebt die­se Auto­ma­ten sind. In die­sem Fall kann man — ähn­lich wie bei einem Über­ra­schungs­ei — Plas­tik­ku­geln mit unbe­kann­tem Tin­nef für rund 500 Yen (3,50€) kaufen. 

Mein Hotel „Elci­ent“ liegt prak­ti­scher­wei­se gleich bei der rie­si­gen Kyo­to Sta­ti­on um die Ecke. Nicht weit ist es von dort zu mei­nem abend­li­chen High­light, dem To-ji Tempel.


To-ji Tem­pel am Abend

To-ji Tempel am Abend, Kyoto © PetersTravel Peter Pohle

Der im 8. Jahr­hun­dert gegrün­de­te To-ji Tem­pel ist eines der wich­tigs­ten bud­dhis­ti­schen Bau­wer­ke in Kyoto. 
Der Tem­pel ist bekannt für sei­ne 57 Meter hohe, fünf-stö­cki­ge Pago­de, die als Wahr­zei­chen der Stadt Kyo­to gilt.

Abends kommt der To-ji Tem­pel durch die schlich­te Beleuch­tung beson­ders schön zur Gel­tung. Für mein Foto mit der Spie­ge­lung muss ich aller­dings gedul­dig war­ten. Zum einen, weil sich eine klei­ne Schlan­ge vor mir gebil­det hat und dann will ich ja auch noch den Rei­her in einer mir geneh­men  Position. 

Ein­tritt zum To-ji Tem­pel: 1000 Yen (7 €).

Kyo­to Tower

Anschlie­ßend geht es wie­der zur Kyo­to Sta­ti­on, um auf den gegen­über­lie­gen­den Kyo­to Tower zu fah­ren. Der 131 m hohe Fern­seh­turm hat eine Aus­sichts­platt­form auf 100 Metern.
Ich fin­de den abend­li­chen Blick über das „Lich­ter­meer“ von Kyo­to dann nicht so pri­ckelnd wie erhofft.
Öff­nungs­zei­ten: 9 — 21 Uhr. Ein­tritt für Erwach­se­ne: 800 Yen (5,70€).

Kyo­to Sta­ti­on mit Skywalk

Wesent­lich span­nen­der als der Kyo­to Tower ist dage­gen der kos­ten­lo­se Sky­walk im moder­nen Bahn­hof. Auf meh­re­ren Roll­trep­pen gelangt man in die obers­te Eta­ge. Hier bege­he ich die glä­ser­ne Fuß­gän­ger­brü­cke, die sich über den Bahn­hof erstreckt. Von hier oben habe ich den Blick zum Kyo­to Tower und über die Stadt und unter mir auf die rie­si­ge, offe­ne Bahn­hofs­hal­le mit all den Geschäf­ten, Restau­rants, Cafés und der wuseln­den Men­schen­mas­se. Und dann ist da auch noch die gewal­ti­ge Frei­trep­pe mit ihrer stän­dig wech­seln­den Light­show zu bewundern.

Freitreppe mit Lightshow im Bahnhof von Kyoto, Japan

Frei­trep­pe in der Kyo­to Station

Gin­ka­ku­ji Tem­pel / Sil­ver Pavillon

Am nächs­ten Mor­gen mache ich mich als ers­tes auf zum Gin­ka­ku­ji Tem­pel (Sil­ber­tem­pel). Die­ser Zen-Tem­pel aus dem 15. Jahr­hun­dert ist auch bekannt als Sil­ver Pavil­lon. Sei­ne heu­ti­ge Bestim­mung erhielt er erst nach dem Tod des Sho­gun Ashi­ka­ga Yoshi­ma­sa, für den er ursprüng­lich als Ruheort dien­te. Bemer­kens­wert ist  der wun­der­schö­ne Park und Zen-Garten.
Neben dem Haupt­ge­bäu­de ist ein Sand­gar­ten mit einer Nach­bil­dung des Mount Fuji.
Öff­nungs­zei­ten: 8:30 — 17 Uhr
Ein­tritt für Erwach­se­ne: 500 Yen

Vom Gin­ka­ku­ji-Tem­pel geht es anschlie­ßend direkt wei­ter mit der nächs­ten Sehens­wür­dig­keit, dem Philosophenpfad.

Phi­lo­so­phen­pfad („Tetsu­g­a­ku no Michi“)

Der berühm­te Phi­lo­so­phen­pfad ist ein 2 Kilo­me­ter lan­ger Spa­zier­weg vom Gin­ka­ku­ji-Tem­pel bis zum Nan­zenji-Tem­pel. Er führt ent­lang an einem mit Kirsch­bäu­men gesäum­ten Kanal. Sei­nen Namen ver­dankt er dem Phi­los­phen Nis­hi­da Kita­ro, der hier medi­tier­te und die­sen Weg täg­lich nutz­te um zur Uni­ver­si­tät zu gehen.

Ent­lang des Weges gibt es ein paar Restau­rants und Cafés.

Zur Hoch­zeit der Kirsch­blü­te wer­den sogar Essen­stän­de auf­ge­baut und es ist ent­spre­chend überlaufen.

Philosophenpfad in Kyoto, Japan © PetersTravel Peter Pohle

Nishi­ki Food Market

Nicht nur für Food­l­over ist der Nishi­ki Food Mar­ket in Down­town Kyo­to in der Nishi­ki-dori ein Muss. Die­ser gut besuch­te Lebens­mit­tel­markt mit regio­na­len Spe­zia­li­tä­ten ist auch als “Kyoto’s Kit­chen” bekannt. Es ist eine schma­le, ca 400m lan­ge über­dach­te Ein­kaufs­gas­se mit vie­len klei­nen lecke­ren Fress­an­ge­bo­ten auf bei­den Sei­ten. Sie zweigt ab von einer Einkaufspassage.

Es gibt Fisch in sei­ner gan­zen Viel­falt, hoch­wer­ti­ges Fleisch, Sushi, Sas­hi­mi und Yaki­to­ri, gerös­te­te Kas­ta­ni­en, ein­ge­leg­tes Gemü­se wie Kür­bis­se, jede Men­ge Süßig­kei­ten wie Mochi (süße Reis­ku­chen), ver­schie­de­ne Waga­shi (japa­ni­sche Süßig­kei­ten) oder unge­wöhn­li­che Sand­wi­ches mit Obst & Schlag­sah­ne(!), Gewür­ze oder exo­ti­sche Früch­te wie kan­dier­te Kumquats 
Kon­su­miert wird direkt vor Ort in in klei­nen Restau­rants mit einer hand­voll Plät­zen zwi­schen den Stän­den oder auf die Hand.

Kyoto, Nishiki Food Market in der Nishiki-dori

Nishi­ki Food Market

Und weil ich gera­de vom Essen rede: ganz in der Nähe — zwi­schen dem Fluss Kamo (oder auch Kamo­ga­wa) und der Alt­stadt Gion — liegt eine klei­ne, enge Gas­se, die Pon­tocho Alley. Der Besuch die­ser Fuß­gän­ger-Gas­se lohnt sich am Tag, aber auch am Abend. Sie steht sowohl für tra­di­tio­nel­le japa­ni­sche Archi­tek­tur als auch für zahl­rei­che Restau­rants, Bars und Clubs. 

Vom Nishi­ki Food Mar­ket ist es nur eine hal­be Stun­de Fuß­weg zum nächs­ten Must See, dem Tem­pel Kiyo­mi­zu-dera.

Kiyo­mi­zu-dera Tempel

Kiyomizu-dera Tempel mit Niomon Tor und der Pagode im Hintergrund, Kyoto

Kiyo­mi­zu-dera Tem­pel mit Nio­mon Tor

Der Tem­pel Kiyo­mi­zu-dera liegt am Ende einer berg­auf gehen­den schma­len Stra­ße. Hier ist alles auf die Besu­cher aus­ge­rich­tet: Cafés, Restau­rants, Geschäf­te mit Kimo­nos (auch zum Aus­lei­hen), Sou­ve­nir­lä­den mit viel Krims­Krams, aber auch Geschäf­te mit tra­di­tio­nell her­ge­stell­ten Produkten.
Der Tem­pel ist bekannt für sei­ne gro­ße, ins Tal ragen­de Holz­ter­ras­se, die von zahl­rei­chen Holz­säu­len getra­gen wird — über die Anzahl und Höhe die­ser Säu­len gibt es lei­der nur sehr unter­schied­li­che Anga­ben. Das soll aber nicht den tol­len Blick von der Ter­ras­se trüben!

Die groß­flä­chi­ge bud­dhis­ti­sche Tem­pel­an­la­ge stammt aus dem 8. Jahr­hun­dert. Sie liegt auf hal­ber Höhe der Oto­wa Ber­ge und besteht aus 30 Tem­peln und Schrei­nen. Der Name Kiyo­mi­zu-dera bedeu­tet „Tem­pel des rei­nen Was­sers“. Den Namen ver­dankt der Tem­pel dem Oto­wa Was­ser­fall, der sich wei­ter unten auf dem Tem­pel­ge­län­de befindet.
Tipp: Man geht übli­cher­wei­se vom Ein­gangs­tor den Rund­weg über den Oto­wa Was­ser­fall. Guter Foto­spot ist unter­wegs von der Oku­no­in Hall mit Blick auf die Haupthalle.
Beson­ders beliebt ist der Besuch des Tem­pel Kiyo­mi­zu-dera in den Abend­stun­den wegen der Beleuch­tung, im Früh­jahr zur Kirsch­blü­ten­zeit oder im Herbst wäh­rend der Laubverfärbung.

Öff­nungs­zei­ten: täg­lich von 6:00 — 18:00 Uhr
Anfahrt von der Kyo­to Sta­ti­on: Bus 206 in Rich­tung Kitao­ji Bus Ter­mi­nal oder Bus 100 in Rich­tung Ginkakuji.
Unge­fähr 10 Minu­ten von den Hal­te­stel­len Gojo­za­ka oder Kiyomizu-michi.

Kiyomizu-dera Tempel im Herbst in Kyoto

Kiyo­mi­zu-dera Tem­pel im Herbst

Das Gion-Vier­tel in Kyoto

Gion gilt als Kyo­tos Gei­sha- oder auch Ver­gnü­gungs­vier­tel. Es ist das kul­tu­rel­le und tra­di­tio­nel­le Zen­trum des alten Kyo­to. Zu sehen gibt es neben dem 656 erbau­ten Yasa­ka Schrein und dem Hōkan­ji-Tem­pel die Machi­ya, die tra­di­tio­nel­len Holz­häu­ser oder die Ocha­ya. Letz­te­re sind höl­zer­ne Tee­häu­ser, die Wohn­stät­ten der Gei­shas und Orte, um pri­va­te Gäs­te zu unterhalten.
Wie über­all auf der Welt wer­den im Rah­men der Gen­tri­fi­zie­rung lei­der immer mehr der tra­di­tio­nel­len Häu­ser in moder­ne Restau­rants und Bars ver­än­dert. Einen Ein­druck von den Tra­di­tio­nen der Gei­sha-Welt bekommt man in der abend­li­chen Show Gion Corner. 
Tipp: Fuß­gän­ger­zo­ne Shin­ba­si-dori oder die Stra­ße Ninenzaka.

Gion: Tipps zu Sehens­wür­dig­kei­ten & High­lights in und um Gion

Ein Insi­der­tipp ist der Yasui-Kon­pi­ra­gu-Schrein mit dem Fel­sen „Enki­ri-Enmusubi-ishi“. Der ist über und über mit wei­ßen Zet­teln, den soge­nann­ten Kata­shiro, bedeckt. Den Kata­shiro kann man für 100 Yen kau­fen. Dar­auf schreibt man sei­nen Wunsch für eine gute Bezie­hung (oder das Been­den einer schlech­ten) und befes­tigt den Kata­shiro am Fel­sen. Jetzt muss man sich nur noch durch ein Loch im Fel­sen zwän­gen, dabei ein Gebet spre­chen und schon geht der Wunsch in Erfüllung.
Adres­se: 70 Shim­oben­tencho, Higas­hi­ya­ma-ku, Kyo­to 605‑0823

Vom Gion Vier­tel ist es übri­gens nicht weit zur Burg Nijõ, zum Kai­ser­pa­last von Kyo­to oder zum leb­haf­ten Ein­kaufs­vier­tel Shi­jo Kawa­ra­ma­chi, wo sich auch der o.a. Nishi­ki Food Mar­ket befindet.
Ich mache von Gion jetzt aller­dings erst­mal einen Spa­zier­gang ent­lang am Ufer des Kamo. Lei­der sind die Ter­ras­sen der Restau­rants & Cafés mit Blick auf den Fluss Kamo im Novem­ber geschlos­sen. Beson­ders abends mit all den Lich­tern ist es näm­lich an der Ufer­pro­me­na­de sehr idyllisch!

Ufer des Fluss Kamo mit Restaurant-Terrassen, Kyoto © PetersTravel Peter Pohle

Ufer des Fluss Kamo mit Restaurant-Terrassen

Unter­künf­te in Kyo­to — Mei­ne Tipps

Mein Tipp: Ich habe im Hotel Elci­ent* beim Haupt­bahn­hof von Kyo­to gewohnt. Das moder­ne 3* Hotel hat ein gutes Preis- Leis­tungs­ver­hält­nis (Über­nach­tung 60€). Die Lage bei der Kyo­to Sta­ti­on fand ich opti­mal, weil ich immer wie­der vom Bahn­hof gestar­tet bin, sei es mit der Metro oder dem Zug nach Nara oder zum Fus­hi­mi Ina­ri Tai­sha Shri­ne oder mit einem der Stadt­bus­se vor dem Nord­aus­gang, die alle von hier starten.
Kyo­to Inn Gion The Second* liegt zen­tral, aber ruhig im Her­zen des tra­di­tio­nel­len Stadt­teils Gion (s.o.). 1 Kilo­me­ter vom Kiyo­mi­zu-dera-Tem­pel (s.o.). Sau­ber + sehr hilfs­be­reit. Leb­haf­te Nach­bar­schaft. Ca 90 €.
Ace Hotel Kyo­to* Ange­sag­tes 4* Hotel in schi­ckem Design in Down­town Kyoto
Hachi Inn* liegt auch in Bahn­hofs­nä­he, aber mehr Rich­tung Zen­trum. Vier Ster­ne, um die 100 €uro.
Über­sicht über Kyo­to Unter­künf­te bei BookingCom

Kyo­to: Power-Sight­see­ing zu den schöns­ten Sehenswürdigkeiten

Kyo­to hat so unglaub­lich vie­le tol­le Sehens­wür­dig­kei­ten und High­lights, dass eine Aus­wahl schwer fällt. Man muss sich über eines im Kla­ren sein: 4, 3 oder sogar nur 1 Tag rei­chen da nicht aus. Mei­ne Aus­wahl ist natür­lich rein sub­jek­tiv und ich habe hier eini­ges weg­ge­las­sen, was mir gut gefal­len hat (zB der Aus­flug nach Nara). Auch soll­te sich mei­ne Aus­wahl der Sehens­wür­dig­kei­ten nicht aus­schließ­lich auf Tem­pel bezie­hen. Außer­dem woll­te ich die High­lights mög­lichst mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln besuchen.
Tipp: Ich habe in Kyo­to über­nach­tet. Man kann die­se „Power-Sight­see­ing-Tour“ aber auch mit einer kur­zen Zug­an­rei­se vom 40 Kilo­me­ter ent­fern­ten Osa­ka aus unter­neh­men — der Tag wird halt ein biss­chen länger.

1. Fus­hi­mi Ina­ri-Tai­sha Shrine

Torii im Fushimi Inari-Taisha Shrine in Kyoto
Mor­gens um 7:03 fah­re ich von der Kyo­to Sta­ti­on mit dem JR Zug (kein Rapid!) Rich­tung Nara; zwei­te Sta­ti­on ist Ina­ri. Das dau­ert gera­de mal 5 Minu­ten. In mei­nem Bei­trag über den Fus­hi­mi Ina­ri-Tai­sha Shri­ne fin­dest du alles Wissenswerte.

Da es um die­se Zeit noch ange­nehm leer ist, kommst du gut durch und kannst sogar genug Fotos, Vide­os und oben nach dem zwei­ten View­point den Rund­weg machen.
Rück­fahrt nach Kyo­to um 8:25 Uhr
Tipp: Falls man von Osa­ka anreist, kommt man an Ina­ri vor­bei. Falls man mit einem Schnell­zug gefah­ren ist, der nicht in Ina­ri hält, fährt man eben das kur­ze Stück von Kyo­to (s.o.) zurück.

2. Kin­ka­ku-Ji / Gol­de­ner Tem­pel Kyoto

Der „gol­de­ne Tem­pel“ soll der meist foto­gra­fier­te Tem­pel von Kyo­to sein. Er liegt im Nord­wes­ten der Stadt. Sei­nen Namen Kin­ka­ku-Ji oder auch Gol­de­ner Pavil­lon trägt er, da die zwei obers­ten Stock­wer­ke voll­stän­dig mit Blatt­gold über­zo­gen sind. Der Kin­ka­ku­ji liegt direkt am Ufer des Kyo­kochi-Teichs, ein­ge­bet­tet in einen Park.
Der zum Welt­kul­tur­er­be der UNESCO gehö­ren­de Tem­pel stammt ursprüng­lich aus dem 15. Jahr­hun­dert. Aller­dings brann­te er mehr­fach nie­der, so dass das heu­ti­ge Gebäu­de aus dem Jahr 1955 stammt.

Anfahrt: Mit Bus 205 von der Kyo­to Sta­ti­on in cir­ca 45 Minu­ten zum Kin­ka­ku-Ji, (Rokuon-hi). (Hal­te­stel­le: Kinkakuji-Michi). 
Öff­nungs­zei­ten: Täg­lich von 9 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Ein­tritt: 400 Yen  (2,80 €).

Kinkaku-Ji / Goldener Tempel Kyoto, Japan

Kin­ka­ku-Ji / Gol­de­ner Tem­pel (Nah­auf­nah­me zeigt mein Titelbild)

Vom Kin­ka­ku­ji Tem­pel zur nächs­ten Sehens­wür­dig­keit, dem Aras­hi­ya­ma Bam­bus­wald, nimmt man am ein­fachs­ten eines der am Ein­gang ste­hen­den Taxis (15 — 20€). Ich woll­te es zu Fuß machen, fand die Stre­cke aber nach 2 Kilo­me­tern zu lang­wei­lig. Schließ­lich habe ich dann eine Ran­den (eine Art Stra­ßen­bahn) ent­deckt und bin mit ihr bis zur Ran­den Aras­hi­ya­ma Sta­ti­on gefah­ren. Die liegt qua­si mit­ten im Getümmel.

3. Aras­hi­ya­ma mit Bam­bus­wald & Ten­ryu-ji Tempel 

Der fol­gen­den High­lights wie der Bam­bus­hain, Ten­ryu-ji Zen Tem­pel und die Togetsu-kyo Bridge über den Kats­u­ra River lie­gen in unmit­tel­ba­rer Nachbarschaft.

Bambuswald in Arashiyama, Kyoto
Aras­hi­ya­ma Bam­bus­wald / Path of Bamboo

Der berühm­te Bam­bus­hain von Kyo­to befin­det sich im Bezirk Aras­hi­ya­ma im Nord­wes­ten von Kyo­to. Von der Kyo­to Sta­ti­on sind es mit dem Train der JR Saga­no Linie bis zur Saga-Aras­hi­ya­ma Sta­ti­on meh­re­re Sta­tio­nen (knapp 10 Minu­ten). Dann noch­mal wei­te­re 10 Minu­ten Fuß­marsch zum immer geöff­ne­ten kos­ten­frei­en Bambuswald. 
Der Beschil­de­rung oder den Besu­cher­strö­men folgen.
Wenn man die Besu­cher­mas­sen ver­mei­den will, soll­te man hier mög­lichst früh aufschlagen.

In die­ser Ecke lie­gen die auf­ge­führ­ten Sehens­wür­dig­kei­ten dicht bei­ein­an­der. So gibt es neben dem Bam­bus­hain meh­re­re popu­lä­re Tem­pel. Dadurch ist es aller­dings auch ziem­lich rum­me­lig. Die Haupt­stra­ße scheint bei mei­nem Besuch für den gro­ßen Durch­gangs­ver­kehr gesperrt zu sein; bis auf die Bus­se und die Rik­scha­fah­rer mit den Touristen.
Auf jeden Fall herrscht ein bun­tes Trei­ben auf der Haupt­stra­ße und in den Cafés, Restau­rants und den Geschäf­ten mit all den typisch japa­nisch auf­wen­dig ver­pack­ten Lecke­rei­en. Und fast über­all ste­hen gedul­di­ge Warteschlangen.

Bambuswald in Arashiyama, Kyoto
Ten­ryu-ji Zen Tem­pel & Ten­ry­u­ji Sogen­chi Garden

Der 1339 von Kai­ser Go-Dai­go gegrün­de­te bud­dhis­ti­sche  Ten­ryu-ji Tem­pel mit dem Ten­ry­u­ji Sogen­chi Gar­den ist ein Zen-Tem­pel. Der zum Welt­kul­tur­er­be des UNESCO gehö­ren­de Tem­pel ist neben dem Bam­bus­wald die wich­tigs­te Sehens­wür­dig­keit in Aras­hi­ya­ma. Sein Ten­ry­u­ji Sogen­chi Gar­den gilt als einer der bedeu­tends­ten Gär­ten Japans.

Ein­tritt: Sinn­voll ist das Kom­bi-Ticket für 800 Yen, da es den Tem­pel und den gro­ßen (Zen-)Garten beinhal­tet. Der Besuch des Gar­tens kos­tet 500 Yen; nur der Tem­pel allei­ne kos­tet aber auch schon 800 Yen!?

Tenryuji Sogenchi Garden in Arashiyama, Kyoto Japan © PetersTravel Peter Pohle

Ten­ry­u­ji Sogen­chi Gar­den in Arashiyama

Zen Garten des Tenryu-ji Tempel in Kyoto mit Besuchern

Zen Gar­ten des Ten­ryu-ji Tempel

Wei­te­re Tem­pel in der unmit­tel­ba­ren Nähe sind der Nison-in Tem­pel, der Joja­ko-ji-Tem­pel und der stroh­ge­deck­te Gio-ji-Tem­pel.
Insi­der-Tipp: Lei­der zu spät erfah­ren habe ich vom Ada­shi­no Nen­butsu-ji-Tem­pel, nörd­lich vom Bambuswald. 
Der kommt aber auf mei­ne Bucketlist! 
Dort ste­hen „8000 Sta­tu­en zu Ehren ein­sa­mer See­len“ (Geöff­net: 9 — 16:30 Uhr. Vom Kyo­to Bahn­hof: Bus 72 der Kiyo­ta­ki-Aras­hi­ya­ma-Linie zum Bahn­hof Toriimoto).

Ein wei­te­res belieb­tes Tou­ris­ten­ziel ist das Anwe­sen des Schau­spie­lers Den­ji­ro Okochi. Die Okochi San­so Vil­la wur­de von ihm 1936 erbaut. Sie liegt auf einem herr­li­chen Grund­stück  und bie­tet eine ein­zig­ar­ti­ge Kom­bi­na­ti­on aus tra­di­tio­nel­ler japa­ni­scher Archi­tek­tur und west­li­chem Luxus.

Tenryuji Sogenchi Garden in Arashiyama, Kyoto Japan © PetersTravel Peter Pohle

4. Togetsu-kyo Bridge, Kats­u­ra River & Iwa­ta­ya­ma Mon­key Park

Ich bin dann noch die paar Schrit­te zur Togetsu-kyo Brü­cke am Ende der Stra­ße in Aras­hi­ya­ma gegan­gen. Die­se Brü­cke scheint beson­ders popu­lär zu sein. Wahr­schein­lich u.a. wegen des Wal­des im Hin­ter­grund, des­sen Blät­ter sich im Herbst ver­fär­ben. Wenn man cir­ca 300 m von der Brü­cke den Fluss auf­wärts geht, tum­meln sich vie­le klei­ne Ruder- und Aus­flugs­boo­te auf dem Kats­u­ra River. Kurz nach dem Restau­rant Kamey­ama­ya und der Hozu­ga­wa River Boat Tour Desti­na­ti­on gibt es etwas ober­halb auch noch einen Aussichtspunkt.

Ausflugsboote auf dem Katsura River, Kyoto © PetersTravel Peter Pohle

Aus­flugs­boo­te auf dem Kats­u­ra River

Und last not least gibt es hier ja auch noch den Iwa­ta­ya­ma Mon­key Park. Bis man die wil­den Affen erreicht, muss man aller­dings erst­mal müh­sam einen Pfad in höhe­re Gefil­de hin­auf wandern.
Ein­tritt: 550 Yen. Täg­lich geöff­net von 9:00 — 16:00 Uhr

5. Nishi­ki Food Mar­ket & Kawa­ra­ma­chi Street

Je nach dem, wie spät es mitt­ler­wei­le ist, soll­tet ihr jetzt unbe­dingt noch einen Abste­cher auf den wei­ter oben beschrie­be­nen über­dach­ten Nishi­ki Food Mar­ket machen. Bedenkt dabei, dass die dor­ti­gen Stän­de, Cafés und Restau­rants bis maxi­mal 17 Uhr geöff­net sind.

Kyoto, Nishiki Food Market in der Nishiki-dori

Nishi­ki Food Market

Falls der Food Mar­ket geschlos­sen sein soll­te, gibt es aber rund um die Shi­jo-Kawa­ra­ma­chi Kreu­zung genug Geschäf­te für einen Ein­kaufs­bum­mel. Auch zum bedeu­ten­den Kiyo­mi­zu-dera Tem­pel (s.o.) geht man vom Nishi­ki Food Mar­ket nur eine hal­be Stun­de zu Fuß.

6. Kyo­to am Abend: Kiyo­mi­zu-dera Tem­pel, To-ji Tem­pel, Kyo­to Sta­ti­on mit Skywalk

Nach dem Anbruch der Dun­kel­heit wäre mein Tipp ein Besuch des beleuch­te­ten To-ji Tem­pels (s.o.) oder des ange­strahl­ten Kiyo­mi­zu-dera Tem­pel (ich habe ihn nur am Tage besucht; s.o.). Auch der Bahn­hof von Kyo­to mit dem Sky­walk und der gro­ßen, beleuch­te­ten Frei­trep­pe ist abends einen Besuch wert.

Kyoto Station mit der beleuchteten Freitreppe im Hintergrund

Kyo­to Sta­ti­on mit der beleuch­te­ten Frei­trep­pe im Hintergrund

Bes­te Rei­se­zeit für Kyoto

Wenn es um die belieb­tes­te Rei­se­zeit für Kyo­to geht, so sind das ein­deu­tig die Zeit zur Kirsch­blü­te Mit­te März bis Anfang April und zur Herbs­laub­ver­fär­bung von Mit­te Okto­ber bis Anfang Dezem­ber. Ich hat­te im Novem­ber in Kyo­to bis 23 Grad. Es war meis­tens ange­nehm warm.

Aller­dings muss man sich beson­ders zur Zeit der Kirsch­blü­te auf über­füll­te Sehens­wür­dig­kei­ten (Phi­lo­so­phen­pfad!) einstellen!

Straße zum Kiyomizu-dera Tempelkomplex in Kyoto

Stra­ße zum Kiyo­mi­zu-dera Tempelkomplex

Fazit zu Kyoto

Spä­tes­tens jetzt wisst Ihr, dass Kyo­to mit all sei­nen Sehens­wür­dig­kei­ten und High­lights das Sah­ne­häub­chen einer Japan-Rei­se ist. 
Dabei habe ich in mei­ner viel zu kur­zen Zeit nur einen Bruch­teil gese­hen. Also, eigent­lich muss ich da mal wie­der hin, um ein paar Orte mei­ner Bucket­list aufzusuchen.

Was ich zB noch ger­ne sehen möchte:

Nijo Cast­le mit Nino­ma­ru Palast & Nino­ma­ru Gar­den  (Welt­kul­tur­er­be, erbaut 1601)

Kai­ser­pa­last
Tipp: Umge­ben­de Anla­ge ist kos­ten­frei von 9 — 16:00 Uhr (Som­mer 17:00) zugäng­lich. Eine Palast­be­sich­ti­gung kann man Online buchen.

Ryo­zen Kan­non Tempel
Ehrung für die gefal­le­nen Sol­da­ten des Zwei­ten Welt­kriegs mit einer rie­si­gen Sta­tue der Bod­hi­s­att­va Ava­lo­ki­tes­va­ra (Göt­tin der Barm­her­zig­keit) auf dem Dach. Geöff­net von 8:30 — 16 Uhr

Ryōan-ji
1499 gegrün­de­ter Zen Tem­pel. Welt­kul­tur­er­be. Sein Zen-Gar­ten Hojo-Tei­en ist der berühm­tes­te Zen-Gar­ten Japans.
Geöff­net von 8.00 bis 17.00 Uhr bzw. 8.30 bis 16.30 Uhr. Ein­tritt 500 Yen.

Ada­shi­no Nenbutsu-ji-Tempel
Insi­der-Tipp: Die­ser Tem­pel mit 8000(!) Sta­tu­en liegt in Arashiyama.
Geöff­net: 9 — 16:30 Uhr. Vom Kyo­to Bahn­hof mit Bus 72 der Kiyo­ta­ki-Aras­hi­ya­ma-Linie zum Bahn­hof Toriimoto.

Wei­te­re Japanbeiträge

Nara Aus­flug — Tipps zu den schöns­ten Sehenswürdigkeiten
Mein Besuch beim Fus­hi­mi Ina­ri Tai­sha Shrine

Wenn Ihr Anmer­kun­gen oder wei­te­re Tipps zu den Sehens­wür­dig­kei­ten von Kyo­to habt, schreibt sie ger­ne in den Kommentar.

Schulklasse mit Reh im Nara Park, Kyoto

Schul­klas­se mit Reh im Nara Park

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4 Kommentare

  1. Dietlind Castor sagt

    Lie­ber Peter,

    als auch im Stern­zei­chen Zwil­ling Gebo­re­ne bin ich eben­falls sehr rei­se­lus­tig. Lei­der neh­men die Rei­se­sei­ten nur noch sel­ten mei­ne Berich­te, so dass ich Hem­mun­gen habe, Ein­la­dun­gen zu Rei­sen anzu­neh­men. In Japan war ich lei­der noch nie! Das sieht ja wun­der­schön aus, was Du da an Fotos hat. Die Tex­te dazu sind auch interessant!
    Grü­ße vom immer sehens­wer­ten und schö­nen Bodensee
    Dietlind

    • Hal­lo Dietlind,
      ich war auch zum ers­ten Mal in Japan. Wie ich schon vor­her dach­te, ist es ein tol­les Erlebnis.
      Und irgend­wann fah­re ich sicher auch noch­mal an den immer sehens­wer­ten und schö­nen Bodensee.
      BG, Peter

  2. Gudrun sagt

    Wow, was für ein tol­ler Rei­se­be­richt. Dan­ke, für’s tei­len, inspi­rie­ren und teil­ha­ben dür­fen. Wer­de ich unbe­dingt weiterempfehlen.
    Gute Zeit !

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