Afrika, Mauritius, Rodrigues Island
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Rodri­gues Island — die klei­ne Schwes­ter von Mauritius

Rodrigues Island, Markt in Port Mathurin Foto- PetersTravel Peter Pohle

Rodri­gues Island: Mau­ri­ti­us wie es frü­her war!

Jan/Feb 2026 Rodri­gues Island gehört zwar poli­tisch zu Mau­ri­ti­us, liegt aber rund 580 Kilo­me­ter (1 ½ Flug­stun­den) ent­fernt und fühlt sich kom­plett anders an als Mau­ri­ti­us. Die Insel ist 18 km lang und maxi­mal sechs­ein­halb Kilo­me­ter breit. Sie ist mit ihren 43.000 Ein­woh­nern noch kein Ziel bzw Opfer von Mas­sen­tou­ris­mus. Unter­wegs trifft man auf klei­ne Dör­fer oder ver­ein­zelt lie­gen­de Häu­ser. Größ­te Stadt ist die im Nord­os­ten lie­gen­de Hafen­stadt Port Mathu­rin. Rodri­gues ist die Insel für Men­schen, die es lang­sa­mer mögen, Natur schät­zen und Ein­fach­heit mögen. Mau­ri­ti­us wie es frü­her war. Genau des­halb ist sie so char­mant.

Mas­sen­tou­ris­mus? All-Inclu­siv-Resorts? Fehl­an­zei­ge!

Hier geht es zu mei­nem Bei­trag über Mauritius:

Mauritius, Trou aux Biches Foto- PetersTravel Peter Pohle
Mau­ri­ti­us: Trou aux Biches 

Ankunft auf Rodri­gues Island

Der Flug­ha­fen liegt im Süd­wes­ten. Mei­ne ers­te Unter­kunft Vil­la Para­di­se Rodri­gues (Coas­tal Road, Bala­di­rou) — wie auch die Haupt­stadt Port Mathu­rin — befin­den sich dage­gen auf der öst­li­chen Seite.

Die Unter­kunft hat­te zwar auf ihrer Sei­te einen kos­ten­lo­sen Air­port Pick-Up ange­bo­ten, aber die­sen dann nach der Buchung nie bestä­tigt. Meh­re­re Mails spä­ter und mit Hil­fe von Boo­king­Com hat der Pick Up dann auf den letz­ten Drü­cker doch noch geklappt. Da ich erst um 20:00 Uhr ankam, war ich heil­froh abge­holt zu wer­den. Ein Taxi oder Bus habe ich am Flug­ha­fen näm­lich nicht ent­de­cken kön­nen. 
Nach dem Immi­gra­ti­on Pro­ce­de­re war­te­te dann der Fah­rer, der mich in sehr flot­ter Fahrt die 18 km in 30 Minu­ten auf die ande­re Sei­te der Insel zu mei­ner Unter­kunft brach­te. Es ging viel rauf und wie­der run­ter, durch klei­ne, lee­re, ver­streu­te Häu­ser­an­samm­lun­gen. Kein Mensch auf den in der Dun­kel­heit lie­gen­den Straßen.

Die Unter­kunft hat mich dann lei­der eben­falls nicht über­zeugt obwohl sie gute Bewer­tun­gen hat! Nach mei­ner Ankunft bekam ich nur ein kärg­li­ches Mal und bezog mein Zim­mer, das weder einen Stuhl, noch einen Tisch, und noch nicht mal ein Fens­ter hat­te! Immer­hin war die Ein­gangs­tür eine gro­ße Schie­be­tür aus Glas.
Zum Glück hat­te ich nur zwei Näch­te gebucht. 100 € für die Über­nach­tung (Halb­pen­si­on) fand ich aber für das Gebo­te­ne zu viel! 

Rodri­gues ist erstaun­lich hüge­lig und wenn man unter­wegs ist, geht es oft steil run­ter oder berg­auf. Über­all geht es noch ziem­lich gemüt­lich zu. Selbst als ich mit dem Bus unter­wegs war, tucker­te die­ser gemäch­lich vor sich hin.

Port Mathurin, Rodrigues Island, Mauritius Foto PetersTravel Peter Pohle
Port Mathurin, Rodrigues Island Foto PetersTravel Peter Pohle
Port Mathu­rin
Rodrigues Island, Tourist Office in Port Mathurin Foto PetersTravel Peter Pohle
Tou­rist Office in Port Mathurin

Rodri­gues Island High­light: Port Mathu­rin mit Markt

Die Hafen­stadt­Port Mathu­rin (ca 8.000 EW) ist die Haupt­stadt und der wich­tigs­te Ort der Insel. Kolo­nia­le Gebäu­de und der Markt sind ein schö­ner Ein­stieg. Dort sieht man, wie sehr das Leben auf Rodri­gues noch vom All­tag der Ein­hei­mi­schen geprägt ist. Der Markt ist bunt, leben­dig und ganz ohne gro­ßes Spek­ta­kel, ein­fach authen­tisch. Hier kau­fen Ein­hei­mi­sche und Tou­ris­ten glei­cher­ma­ßen. Beson­ders am Sams­tag lohnt sich der Besuch! Dann ist es noch­mal wesent­lich leb­haf­ter und es gibt ein grö­ße­res Ange­bot. An den zahl­rei­chen Markt­stän­den war­ten die Frau­en auf Kund­schaft. Es wer­den die unter­schied­lichs­ten Gewür­ze in far­ben­fro­hen Glä­sern angeboten.

Rodrigues Island, Markt in Port Mathurin Foto- PetersTravel Peter Pohle
Rodrigues Island, Markt in Port Mathurin Foto PetersTravel Peter Pohle

Restau­rant-Tipps in Port Mathu­rin 
L‘Atelier Gour­mand
im ers­ten Stock mit schö­ner Ter­ras­se und Balus­tra­de. Soll eins der bes­ten Loka­le der Insel sein. Die Aus­wahl an Restau­rants ist aber sowie­so sehr beschei­den. Nicht zuletzt des­we­gen gibt es in vie­len Unter­künf­ten Halb­pen­si­on. Aller­dings ist das Bier im L‘Atelier Gour­mand — war­um auch immer — absurd teu­er. Bei mei­nem Besuch waren nur noch zwei wei­te­re Tische mit Tou­ris­ten besetzt. Nach dem Essen, es war erst cir­ca 7:30 Uhr abends, bin ich mit mei­nem Scoo­ter noch durch die men­schen­lee­ren, schma­len Ein­bahn­stra­ßen von Port Mathu­rin gedüst.
Café Rose (deut­sche Besit­ze­rin). Klei­nes, gemüt­li­ches Café mit schö­nem Gar­ten. Abends geschlossen.

Café Rose in Port Mathurin, Rodrigues Island, Mauritius Foto- PetersTravel Peter Pohle
Café Rose in Port Mathurin

Mei­ne per­sön­li­che Rodrigues-Erfahrung

Der Besuch von Rodri­gues Island fühlt sich fast an wie eine Rei­se in die Ver­gan­gen­heit. Wäh­rend auf Mau­ri­ti­us — nicht zuletzt durch den Tou­ris­mus — vie­les gut orga­ni­siert und geord­net ist, ist man auf Rodri­gues eher auf sich allein gestellt. Die meis­ten Strän­de erreicht man nur mit einem Mietfahrzeug.

Rodri­gues war für mich die Insel der Lang­sam­keit. Ich hat­te dort vie­le ruhi­ge Momen­te, bin mit dem Scoo­ter unter­wegs gewe­sen, habe aber auch schö­ne Wan­de­run­gen an der Ost­küs­te (zB von Anse Mou­rouk zum Trou d’Argent) gemacht, habe klei­ne Orte gese­hen und immer wie­der gemerkt, wie wenig Hek­tik hier herrscht.
Um zur Unter­kunft zu kom­men ist ein fahr­ba­rer Unter­satz vor­teil­haft. Ansons­ten Taxi. Ich war aber auch mit Bus­sen unter­wegs.
Es gibt wenig Aus­wahl bezüg­lich Restau­rants und Infra­struk­tur, aber dafür ist Rodri­gues Island noch ange­nehm ursprüng­lich und laid back. 

Rodrigues Island, Rodriguais in Port Mathurin Foto PetersTravel Peter Pohle
Rodri­guais in Port Mathurin

Unter­künf­te auf Rodri­gues Island

Nach mei­ner ers­ten Unter­kunft (s.o.) bin ich in die emp­feh­lens­wer­te Unter­kunft Domaine de la Paix, Terre Rouge umge­zo­gen. Die Domaine de la Paixliegt ober­halb an einem Hang mit Weit­blick, 2 Kilo­me­ter vom Ort/Strand Anse Ang­lais an der Ost­küs­te und gut 4 Kilo­me­ter von Port Mathu­rin. Den Strand Anse aux Ang­lais fand ich nicht beson­ders auf­re­gend! Erst recht nicht zum Baden. Ich hat­te in der Domaine de la Paix erst­mal 2 Näch­te für ins­ge­samt 300€ gebucht und dann um wei­te­re 5 Näch­te ver­län­gert. Die nach­ge­buch­ten Näch­te waren preis­güns­ti­ger, da nicht über Boo­king­Com gebucht. Gutes Früh­stück, Inter­net, schö­ne, groß­zü­gi­ge Zim­mer mit Kit­chenet­te und traum­haf­tem Pool. Alles mit schö­nem Gar­ten und tol­lem Weit­blick über das Tal zum Meer und die Umge­bung.
Der Was­ser­druck beim mor­gend­li­chen duschen war schwach. Ich bin mir nicht ganz dar­über im Kla­ren, wo das Was­ser über­haupt her­kommt. Spä­ter habe ich erfah­ren, dass es Meer­was­ser ist, dem das Salz ent­zo­gen wur­de. Es gibt gene­rell auf der Insel ein gro­ßes Pro­blem mit dem Wasser.

Rodrigues Island, Unterkunft Domaine de la Paix Foto- PetersTravel Peter Pohle
Unter­kunft Domaine de la Paix
Rodrigues Island, Blick von der Unterkunft Domaine de la Paix Foto: PetersTravel Peter Pohle
Blick von der Unter­kunft Domaine de la Paix 

Der dazu gehö­ren­de klei­ne Ort / Strand Anse Ang­lais an der Küs­ten­stra­ße besteht aus einer hand­voll Häu­ser, drei Restau­rants und zwei klei­nen Super­märk­ten.
Wenn man kei­nen fahr­ba­ren Unter­satz hat muss man sich von den ober­halb gele­ge­nen Unter­künf­ten ganz schön quä­len, wenn man abends mal eben essen gehen will. Oben­drein reg­ne­te es wäh­rend mei­nes Auf­ent­hal­tes mehr­fach hef­tig am ers­ten Nach­mit­tag. Habe mir des­we­gen einen Scoo­ter (700 MUR = 13€ pro Tag) für ein paar Tage gemietet.

Optio­na­le Unter­künf­te am Strand & Ort Anse aux Ang­lais: Le Recif Hotel, direkt am Strand Anse aux Ang­lais. Kein Pool. Kein Inter­net im Zim­mer. Sehr ein­fach! Im ange­schau­ten Zim­mer hat es gemüf­felt. Die bes­se­ren Zim­mer mit Meer­blick kos­ten 86 € inklu­si­ve Früh­stück und Abend­essen.
Les Coco­tiers sieht rich­tig gut aus, direkt am Meer. Hotel und Restau­rant. Aller­dings war bei mei­nem Besuch kein Was­ser im Pool!

Abend­essen Anse aux Ang­lais: Le Mar­lin Bleu (Tipp: aus­ge­zeich­ne­ter Thun­fisch!) ist ein gutes Restau­rant im klei­nen Ort. Es liegt an der Küs­ten­stra­ße.
La Pla­ge Res­to Bar, ein paar Schrit­te vom Le Mar­lin Bleu, ist ein wei­te­res, pas­sa­bles Restaurant.

Hotel C Rodri­gues Mou­rouk in Anse Mourouk

Vom Anse aux Ang­lais bin ich mit dem Taxi (1.000 Mur) auf die ande­re Sei­te der Insel an den Strand nach Anse Mou­rouk gewech­selt. Das Hotel C Rodri­gues Mou­rouk (3N 561€, Halb­pen­si­on) in Anse Mou­rouk ist eine schö­ne Anla­ge, direkt am Strand. Die­ser Strand ist bekannt für star­ken Wind und des­we­gen beliebt bei Kite Sur­fern, aber auch gut zum Baden. Ent­spre­chend gibt es auch ein paar sehr ein­fa­che Kite-Surf-Anbie­ter.
Die Anla­ge vom Hotel C Rodri­gues mit Infi­ni­ty Pool & guter Küche ist emp­feh­lens­wert und man kann schö­ne Spa­zier­gän­ge & Wan­de­run­gen (s.u.: Wan­de­rung vom Strand Anse Mou­rouk zum Trou d’Argent) ent­lang den ein­sa­men, schma­len Strän­de machen.
Vom Hotel C Rodri­gues bin ich am Ende mei­nes Auf­ent­hal­tes mit dem Taxi für 1200 MUR in 20 Minu­ten die 15 km zum Flug­ha­fen gefahren.

Kühe am Anse Mourouk, Rodrigues Island, Mauritius Foto PetersTravel Peter Pohle
Anse Mou­rouk
C Hotel am Anse Mourouk, Rodrigues Island Foto PetersTravel Peter Pohle
C Hotel am Anse Mourouk
C Hotel am Anse Mourouk, Rodrigues Island, Mauritius Foto PetersTravel Peter Pohle
C Hotel am Anse Mourouk

Die schöns­ten Strän­de auf Rodrigues

Auf Rodri­gues fand ich u.a. die­se von mir besuch­ten Strän­de und Küs­ten­ab­schnit­te interessant:

  • Bala­di­rou Beach
  • Anse aux Anglais
  • Anse Mou­rouk
  • Gra­vier
  • Anse Ally
  • Anse St. Francois
  • Trou d’Argent

Bala­di­rou Beach kann man mit dem loka­len Bus errei­chen, da es eine End­hal­te­stel­le ist. Aller­dings fährt der Bus nicht sehr häu­fig.
Anse aux Ang­lais ist gleich­zei­tig ein klei­ner Ort an der Küs­ten­stra­ße, 4 km vor Port Mathu­rin. Ich habe dort ober­halb in der Domaine de la Paix (sie­he „Unter­künf­te“) gewohnt. Zum Baden fand ich den Strand aller­dings nicht wirk­lich geeig­net.
Trou d’Argent wird oft als einer der schöns­ten Strän­de welt­weit bezeich­net. Die durch die hohen Fel­sen wind­ge­schütz­te Bucht mit glas­kla­rem Was­ser und wei­ßem Sand ist wun­der­schön, aber abge­schie­den und nur über eine ein­sa­me Wan­de­rung vom Strand St Fran­cois oder Anse Mou­ruk / Gra­vier (s.u. „Wan­de­rung vom Strand Anse Mou­rouk zum Trou d’Argent“) zu errei­chen.
Anse Mou­rouk ist vor allem für Wind und Kitesur­fer span­nend, aber auch gut zum Baden geeig­net. Pick­nick­platz für Ein­hei­mi­sche. Der Strand erin­nert mich mit den am Strand lie­gen­den Kühen an die Strän­de von Goa.
Anse Ally liegt ein­sam und bie­tet die schö­ne Hotel­an­la­ge Con­s­tance Teko­ma: edle, klei­ne Vil­len­an­la­ge mit Restau­rant (Halb­pen­si­on), Außen­pool und Spa-Bereich im Nord­os­ten von Rodri­gues Island, direkt am sehr schö­nen & ein­sa­men Strand Anse Ally /  Poin­te Coton. 

Anse Baladirou, Rodrigues Island, Mauritius Foto PetersTravel Peter Pohle
Anse Bala­di­rou
Rodrigues Island, Anse Allya Foto PetersTravel Peter Pohle
Anse Allya
Rodrigues Island, Hotelanlage Constance Tekoma Foto PetersTravel Peter Pohle
Hotel­an­la­ge Con­s­tance Tekoma

Wan­de­rung vom Strand Anse Mou­rouk zum Trou d’Argent

Ers­ter Ver­such: An einem Tag, als der Him­mel viel ver­spre­chend aus­sah, bin ich am Strand ent­lang Rich­tung Trou d’Argent gegan­gen. Wobei man aller­dings am schma­len Strand ent­lang nur bis zu der hand­voll Häu­ser von Gra­vier gehen kann. Hin­ter dem schma­len Strand ist ein lich­ter Wald. Kei­ne Häu­ser weit und breit. An ein paar Stel­len kann man einen schma­len Pfad zwi­schen den Bäu­men nut­zen. Unter­wegs trifft man immer wie­der auf ver­ein­zel­te Ein­hei­mi­sche, die in klei­ner Grup­pe pick­ni­cken oder im mit­ge­brach­ten Zelt kam­pie­ren.
Als am Strand, kurz vor Gra­vier, die Wol­ken dunk­ler wur­den und der Regen  offen­sicht­lich unmit­tel­bar bevor­stand bin ich umge­kehrt. An die­ser Stel­le im Wald liegt  auch eine ein­sa­me Unter­kunft „La Bel­le Rodri­guai­se“. Sonst abso­lut nichts. Also mach­te ich mich auf den Rück­weg. In wei­ser Vor­aus­sicht hat­te ich mei­ne Bades­hort an. Und das war auch gut so, denn es reg­ne­te schließ­lich in Strö­men mei­nen gan­zen Rück­weg bis zum Hotel.

Unterwegs zum Trou d'Argent auf Rodrigues Island Foto PetersTravel Peter Pohle
Unter­wegs zum Trou d’Argent
Rodrigues Island, Wanderung zum Trou d'Argent Foto PetersTravel Peter Pohle
Unterwegs zum Trou d'Argent auf Rodrigues Island Foto PetersTravel Peter Pohle

Zwei­ter Ver­such: An mei­nem vor­letz­ten Tag auf Rodri­gues Island bin ich dann noch ein­mal von Mou­rouk den Strand ent­lang nach Gra­vier gegan­gen. Die Son­ne war gna­den­los, aber zum Glück ging ein schö­ner Wind, der die Wan­de­rung erträg­lich mach­te. Gra­vier hat sogar zwei klei­ne Tan­te Emma-Läden.
Von Mou­rouk führt sogar eine Stra­ße nach Gra­vier, die par­al­lel zum Strand ver­läuft. Obwohl, Stra­ße ist eigent­lich eine sehr euphe­mis­ti­sche Bezeich­nung. Ich wür­de sie nur ungern mit einem Scoo­ter befah­ren wol­len. In ein paar Jah­ren wird das sicher bes­ser aus­ge­baut sein!
In Gra­vier hat­te ich dann eine ver­rück­te Idee. Wie wäre es, wenn ich ein­fach einen zwei­ten Anlauf zum Besuch des Stran­des Trou d’Argent star­ten wür­de? Der Weg von die­ser Sei­te ist zwar wesent­lich wei­ter als über den vor ein paar Tagen besuch­ten Strand St Fran­cois, aber da es heu­te wun­der­schö­nes Wet­ter ist, woll­te ich es zumin­dest ver­su­chen. Umkeh­ren geht schließ­lich immer.

Die Wan­de­rung ist toll. Immer par­al­lel und in Sicht­wei­te zum Meer. Der Weg ist erstaun­lich gut in blau und magen­ta gekenn­zeich­net. Selbst für mich, der ich nor­ma­ler­wei­se jede Mög­lich­keit nut­ze um falsch abzu­bie­gen und mich zu ver­lau­fen! Es geht rauf und run­ter, manch­mal in einer Bucht direkt am Strand ent­lang, dann wie­der ober­halb über einen fel­si­gen Pfad oder immer wie­der durch Wald­stü­cke. Zwi­schen­durch zwei­fe­le ich und fra­ge mich, ob ich nicht doch bes­ser abbre­chen und den Rück­weg antre­ten soll. Was­ser habe ich durch mei­nen spon­ta­nen Ent­schluss natür­lich auch nicht dabei. Es kann eigent­lich nicht mehr weit sein den­ke ich, aber dann ste­he ich auf einem Fels­vor­sprung, hoch über dem Meer und einer gro­ßen Bucht. Hier zöge­re ich lan­ge, denn die Bucht schnei­det tief ins Inne­re und es gibt kei­ne Abkür­zung über den  weit unten lie­gen­den Strand. Die Zun­ge klebt mir mitt­ler­wei­le am Gau­men. Schließ­lich raf­fe ich mich doch noch­mal auf und gehe ins Inne­re der Insel, weg vom Meer, bis ich die Bucht schließ­lich umge­hen kann.
End­lich — es kommt mir vor wie eine Ewig­keit — lan­de ich auf einem Fels­pla­teau mit gei­lem Aus­blick: tief unten liegt mein Ziel, die Bucht & der Strand Trou d’Argent.

Trou d'Argent auf Rodrigues Island, Mauritius Foto: PetersTravel Peter Pohle
Trou d’Ar­gent auf Rodri­gues Island
Angler am Trou d'Argent auf Rodrigues Island Foto: PetersTravel Peter Pohle
Ang­ler am Trou d’Argent

Ich gebe zu, den Abstieg erspa­re ich mir und genie­ße das toben­de Meer mit sei­nen Bre­chern von hier oben.

PS Und eh ich’s ver­ges­se: Wie ich erst nach mei­ner Rück­kehr auf einem Schild in Gra­vier sehe, wird die Wan­de­rung zum Trou d’Argent mit 1:45 Stun­den vom Start­punkt in Gra­vier ange­ge­ben. Ich habe letzt­lich hin und zurück von Mou­rouk 2 bzw 1 ½ Stun­den gebraucht! 

Rodri­gues Island: Anrei­se und bes­tes Reisewetter

Anrei­se nach Rodri­gues Island

Mau­ri­ti­us (MRU) → Rodri­gues (RRG) mit Air Mau­ri­ti­us. Flü­ge mehr­mals täg­lich. Ent­fer­nung ca 580 Kilo­me­ter. Flug­zeit ca 1 ½ Stun­den. Ich habe 115€ für den Flug von Mau­ri­ti­us und 105 € für den Rück­flug bezahlt.

Wann ist das bes­te Reisewetter?

Das Kli­ma ist ganz­jäh­rig tro­pisch warm.
Ich war 2026 in der ers­ten Febru­ar­hälf­te auf Rodri­gues.
Es waren jeden Tag 26 bis 28 Grad. Dabei weh­te meis­tens ein ange­neh­mer, fri­scher Wind. Wech­sel­haf­tes Wet­ter, über­wie­gend son­nig. Manch­mal bewölkt mit plötz­li­chen — meist kur­zen — Schau­ern aus dem Nichts.

Zehn Tage vor mei­nem Auf­ent­halt soll es auf Rodri­gues einen Zyklon gege­ben haben.

Dezem­ber bis März: Wenn du 29–30 °C und „Tro­pen­fee­ling“ magst. Aller­dings steigt das Regen- und Zyklon­ri­si­ko deut­lich an. Febru­ar ist der nie­der­schlags­reichs­te Monat. Die offi­zi­el­le Kli­ma­sei­te weist ins­be­son­de­re auf die Zyklon­ge­fahr im Zeit­raum Janu­ar bis April hin.

Sep­tem­ber bis Novem­ber: die Tem­pe­ra­tu­ren lie­gen tags­über etwa bei 25–27 °C, und gleich­zei­tig gibt es rela­tiv wenig Nie­der­schlag. Sep­tem­ber und Okto­ber sind die tro­ckens­ten Mona­te. Auch Dezem­ber ist kli­ma­tisch noch gut.
Gut für Baden, Wandern.

Oktober/November: warm genug zum Baden, rela­tiv tro­cken und noch vor der feuch­te­ren und zyklon­an­fäl­li­ge­ren Hoch­som­mer­pha­se. Opti­mal für Erkun­dung der Insel mit der Haupt­stadt Port Mathu­rin, den klei­nen Buch­ten, Wan­de­run­gen und den ver­schie­de­nen Stränden.

Fazit zu Rodri­gues Island

Rei­sen auf Rodri­gues: Lang­sam, ruhig und sehr ent­spannt. Was mir auf Rodri­gues sofort auf­ge­fal­len ist: Alles läuft lang­sa­mer. Die Stra­ßen sind lee­rer, die Orte klei­ner, die Distan­zen über­schau­ba­rer und die Aben­de unglaub­lich ruhig. Ab 17 oder spä­tes­tens 18 Uhr sind in der Haupt­stadt Port Math­in so gut wie kei­ne Leu­te mehr unter­wegs!  
Es gibt weni­ger Aus­wahl bei Restau­rants und Unter­künf­ten als auf Mau­ri­ti­us, dafür aber mehr Gelas­sen­heit.
Um zu den ein­zel­nen Strän­den zu kom­men benö­tigt man auf jeden Fall ein Fahrzeug!

Anse St. Francois, Rodrigues Island, Mauritius Foto PetersTravel Peter Pohle
Anse St. Fran­cois, Rodri­gues Island
Eure Beloh­nung für mei­nen Bei­trag ist es, wenn Ihr ihn auf Eurem Social Net­work teilt. Danke!

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