Asien, Indien
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Var­a­na­si — Tipps zu den High­lights der Hei­li­gen Stadt

Varanasi © Peters Travel Peter Pohle

Var­a­na­si erle­ben – Zwi­schen Gan­ges, Ghats und Sad­hus.
Ich kom­me mor­gens ziem­lich pünkt­lich mit dem Nacht­zug in der Hei­li­gen Stadt Var­a­na­si an. Auf­ge­bro­chen war ich um kurz vor Mit­ter­nacht in Kha­ju­ra­ho, der für sei­ne fan­tas­ti­schen Tem­pel bekann­ten­UNESCO-Welt­erbe­stät­te im Bun­des­staat Mad­hya Pradesh.

Eigent­lich fah­re ich über­haupt nicht ger­ne mit dem Zug, aber es ging bes­ser als erwar­tet. Für die 385 Kilo­me­ter brauch­te ich 8 Stun­den. Sleeper/AC, d.h. man bekommt ein Kis­sen, zwei Laken und eine Decke.

Varanasi © Peters Travel Peter Pohle

Ankunft & ers­te Ori­en­tie­rung in Varanasi

Noch wäh­rend ich aus­stei­ge wer­de ich von meh­re­ren Tuk-Tuk-Fah­rern bela­gert. Die ers­ten weh­re ich noch erfolg­reich ab. Erst kurz vor dem Ende des Bahn­steigs, neh­me ich die Ver­hand­lun­gen auf und eini­ge mich bei 200 Rupi­en bis zu mei­ner Unter­kunft, dem Gan­pa­ti Guest House. Das Gan­pa­ti selbst woll­te für den Abhol­ser­vice 700 Rupi­en haben. Also lie­ge ich ganz gut, wie ich spä­ter bestä­tigt kom­me. Dann stellt sich aller­dings her­aus, dass das Tuk-Tuk mich nur bis zur Godo­wi­la Crossing brin­gen darf. Ab die­ser Kreu­zung beginnt die chao­ti­sche Fuß­gän­ger­zo­ne Dashash­wa­medh Road. Hier mischen sich Fuß­gän­ger mit Motor­rä­dern und ein paar Fahr­rad­rik­schas. In dem Gewu­sel ist es schwer sich als Fuß­gän­ger sei­nen Weg zu bah­nen. Die Stra­ße endet am Gan­ges, am zen­tra­len Dashash­wa­medh Ghat. 

Die fol­gen­den Tage wer­de ich fast jeden Abend an die­sem Ghat der all­abend­li­chen Ganga Aar­ti Zere­mo­nie beiwohnen. 

Auf jeden Fall gelan­ge ich dann mit viel Fra­ge­rei durch die ver­win­kel­ten Gas­sen zu guter letzt zum Gan­pa­ti Guest House. Und das ist ja die Haupt­sa­che. Mein Zim­mer ist nicht im Haupt­haus, son­dern im 50 Meter ent­fern­ten Homestay. Das Zim­mer (Nr. 24) ist schön und liegt zur Son­nen­sei­te, hat sogar einen son­ni­gen, lang­ge­zo­ge­nen Balkon.

Nach der Besich­ti­gung der Dach­ter­ras­se mit Restau­rant vom Haupt­haus neh­me ich ein spä­tes „Health Break­fast“ im neben­an lie­gen­den Var­a­na­si Café Bakery.

Erkun­dung der Hei­li­gen Stadt Var­a­na­si & der Ghats

Promenade  in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Pro­me­na­de in Varanasi

Ich habe das Gefühl, dass die Mil­lio­nen­stadt Var­a­na­si indi­scher ist als alle ande­ren Städ­te. Hier ist alles noch­mal lau­ter, dre­cki­ger, auf­dring­li­cher und hektischer. 

Var­a­na­si ist eine der ältes­ten Städ­te Indi­ens und gilt als die hei­ligs­te Stadt des Hin­du­is­mus. Frü­her hieß die Stadt Bena­res. Der jet­zi­ge Name setzt sich zusam­men aus den bei­den Flüs­sen, die die Stadt begren­zen und hier in den Gan­ges mün­den: Varu­na im Nor­den und Assi im Süden.

Mei­ne ers­te Erkun­dung führt den Gan­ges ent­lang, von Ghat zu Ghat. Qua­si bis zum letz­ten Ghat, dem Assi Ghat. Das ist eine ziem­lich lan­ge Stre­cke. Ghat nennt man die brei­ten Stu­fen, die von den Gas­sen zum Gan­ges füh­ren. Es soll wohl 84 geben.
Hier herrscht weni­ger Hektik. 

Spie­len­de Kin­der, Frau­en in ihren bun­ten Saris und Män­ner in Unter­wä­sche ste­hen bis zum Bauch­na­bel im Was­ser, beten und machen ihre Waschungen. 

Varanasi, badende Jungen am Scindia Ghat © Peters Travel Peter Pohle
Baden­de Jun­gen am Scin­dia Ghat

In den Hin­du-Reli­gio­nen gilt der Gan­ges als der hei­ligs­te aller Flüs­se. Das Was­ser dient zur spi­ri­tu­el­len Rei­ni­gung, der Hei­lung von Krank­hei­ten und der Ver­ge­bung von Sün­den. Dar­über­hin­aus soll es ein Unsterb­lich­keits­ele­xier ent­hal­ten und die Chan­ce auf eine bes­se­re Wie­der­ge­burt erhöhen. 

Auf mei­nem Weg wer­de ich per­ma­nent ange­spro­chen. Dau­ernd wer­de ich auf­ge­for­dert Haschisch zu kau­fen, eine Boots­fahrt zu machen, mich rasie­ren oder mas­sie­ren zu las­sen. Bei letz­te­rem wird auch ger­ne ein­fach mal ver­sucht mei­nen Arm zu ergreifen.

Es nervt total und so sage ich — sobald ich mer­ke, dass sich mir jemand nähert — gebets­müh­len­ar­tig: No boat, no shave, no massage….

Sad­hus in Var­a­na­si — Was ist ein Sadhu?

Sadhu in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Sad­hu in Varanasi

Defi­ni­ti­on aus Wiki­pe­dia
“Sad­hu (deutsch ‚Guter oder auch: Hei­li­ger Mann‘) ist im Hin­du­is­mus ein Ober­be­griff für jene, die sich einem reli­giö­sen, teil­wei­se streng aske­ti­schen Leben ver­schrie­ben haben, beson­ders bezeich­net es die Mön­che der ver­schie­de­nen hin­du­is­ti­schen Orden”. 

Das Stadt­bild von Var­a­na­si ist geprägt von beson­ders vie­len Sad­hus. Auf Schritt und Tritt begeg­ne ich ihnen. Sie sind Anhän­ger des Got­tes Shi­va und haben sich von allem Welt­li­chen los­ge­sagt. Für sie zäh­len nicht mate­ri­el­le Güter. Ihnen geht es dar­um gött­li­che Erlö­sung zu erlangen.

Man­che von ihnen sind in sich gekehrt und leben in Aske­se, selbst mit­ten im Cha­os von Var­a­na­si. Ande­re dage­gen spa­zie­ren freund­lich lächelnd und welt­of­fen durch die Gegend. Sie suchen das Gespräch, bzw. man­gels aus­län­di­scher Sprach­kennt­nis­se geben sie zu ver­ste­hen, dass sie ger­ne foto­gra­fiert wer­den möch­ten — natür­lich gegen einen ent­spre­chen­den Obo­lus. Auch die Inder geben ger­ne eine klei­ne Spen­de, erhof­fen sie sich doch dadurch ein bes­se­res Kharma.

Ande­re Sad­hus wie­der­um möch­ten, dass ich mich erst­mal in Ruhe zu ihnen set­ze. Die meis­ten sind male­risch geklei­det und bemalt. Eini­ge — sie sind die Aus­nah­me — erin­nern mich mit ihrem gewöh­nungs­be­dürf­ti­gem Out­fit eher an Zirkusclowns.

Kühe in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Über­all in Var­a­na­si triffst du auf Kühe. Auf der ver­zwei­fel­ten Suche nach Fut­ter fres­sen sie dann sogar den Plastikmüll.…

High­lights & Sehens­wür­dig­kei­ten von Varanasi

Die Ver­bren­nungs Ghats: Manika­nika Ghat & Harish­ch­andra Ghat

Manikanika Ghat in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Manika­nika Ghat in Varanasi

Wer an Var­a­na­si denkt, hat sicher in den meis­ten Fäl­len neben den Sad­hus die hei­li­gen Ver­bren­nungs­stät­ten am Ufer des Gan­ges vor Augen. Es gibt nur zwei: Den Harish­ch­andra Ghat und den Manikar­ni­ka Ghat.

Der bei wei­tem grö­ße­re ist der Manika­nika Ghat. Laut Wiki­pe­dia ist es aller­dings in Wirk­lich­keit nicht — wie über­all geschrie­ben — der Manika­nika Ghat son­dern der Jala­sen Ghat. Wie auch immer, es ist eine bizar­re Szenerie.

Von mei­ner Unter­kunft, dem Gan­pa­ti Guest House, ist es nur ein kur­zer Weg dorthin.

Ich bin öfter dort, um mir die Zere­mo­nien anzu­schau­en. 7 Tage die Woche, rund um die Uhr wer­den hier Lei­chen her­ge­bracht um auf den zahl­rei­chen Schei­ter­hau­fen ver­brannt zu wer­den, beglei­tet von den Shan­ti-Gesän­gen ihrer Familie.

Dem Glau­ben der Hin­du-Reli­gi­on nach ist es offen­sicht­lich so, dass nur wer in Var­a­na­si eine Feu­er­be­stat­tung hat, sei­ne See­le ins immer­wäh­ren­de Glück, ins Nir­va­na ein­geht. Das geht soweit, dass die Toten aus der gan­zen Welt hier­her­ge­bracht wer­den. Und, wenn sich eine Ein­äsche­rung in einem ande­ren Land par­tout nicht umge­hen lässt, wird zumin­dest ver­sucht die Asche nach Var­a­na­si zu brin­gen, um sie im Gan­ges zu zerstreuen.

Je höher die Kas­te des Ver­stor­be­nen, des­to näher am Gan­ges wird der Leich­nam ver­brannt. Schwan­ge­re Frau­en, Kin­der, an einem Schlan­gen­biss gestor­be­ne und Sad­hus wer­den nicht ver­brannt, sie wer­den im Gan­ges versenkt. 

Rund 3 Stun­den dau­ert es bis ein Mensch zu Asche ver­brennt. Die Asche — und auch die nicht ver­brann­ten Kör­per­tei­le — wer­den anschlie­ßend im Gan­ges verstreut. 

Das benö­tig­te Feu­er­holz wird von weit her­ge­holt und ist eine schwe­re finan­zi­el­le Bür­de für die Fami­lie. Über­all rund um den Ghat sind die Händ­ler mit ihren Waa­gen und Unmen­gen von auf­ge­schich­te­tem Holz angesiedelt.

Holzverkäufer beim Manikanika Ghat in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Holz­ver­käu­fer beim Manika­nika Ghat

Ich beob­ach­te die Ver­bren­nungs­ze­re­mo­nien und das chao­ti­sche Trei­ben rings­um. Ab und zu trifft mich die Hit­ze­wel­le eines Feu­ers. Tou­ris­ten, sowie Inder, beob­ach­ten das Spek­ta­kel. Auf einem klei­nen Vor­sprung — qua­si an vor­ders­ter Front — steht ein schein­bar des­in­ter­es­sier­ter Asia­te. Dage­gen spricht aller­dings, dass er mit einer Bat­te­rie von Kame­ras mit lan­gen Objek­ti­ven bewaff­net ist. Dabei ist foto­gra­fie­ren streng ver­pönt, es sei denn man hat eine Erlaub­nis der Angehörigen. 

Über­all beob­ach­ten einen die Umste­hen­den neu­gie­rig, miss­trau­isch oder auch feind­se­lig! Und wehe man ver­sucht ein Foto zu machen!
Per­ma­nent wird man ange­quatscht, um von selbst ernann­ten Gui­des „auf­ge­klärt“ zu wer­den. Natür­lich gegen eine klei­ne “Spen­de”.
Dazwi­schen streu­nen­de Hun­de, hier und da eine Kuh, die gera­de dabei ist auf die Trep­pe zu scheissen. 

All­abend­li­ches Ritu­al: Ganga Aar­ti am Dashash­we­medh Ghat

Ganga Aarti Zeremonie in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Ganga Aar­ti Zeremonie
Varanasi, Ganga Aarti am Dashashwemedh Ghat © Peters Travel Peter Pohle
Ganga Aar­ti am Dashash­we­medh Ghat

Unver­gess­lich wäh­rend mei­ner Zeit in Var­a­na­si sind mir die ein­drucks­vol­len und auf­wen­di­gen Pujas (ritu­el­le Ver­eh­rung im Hin­du­is­mus oder Bud­dhis­mus) geblie­ben.
Das Ganga Aar­ti ist ein all­abend­li­ches Ritu­al. Durch die Zere­mo­nie füh­ren 5 Brah­ma­nen, die syn­chron mit Feu­er­stä­ben und Rauch­ge­fä­ßen zu mono­to­nen Rhyth­men han­tie­ren. Dabei ver­eh­ren sie die Gott­heit Shi­va, den Fluss Gan­ges und das gesam­te Uni­ver­sum mit einer fei­er­li­chen Lich­ter­ze­re­mo­nie mit Gesän­gen und Feu­er. Beginn ist um ca 18 Uhr — die Zeit rich­tet sich nach dem Son­nen­un­ter­gang — vor unzäh­li­gen Zuschau­ern, Indern und Tou­ris­ten glei­cher­ma­ßen. Man hat den Ein­druck, dass sich hier die kom­plet­te Stadt incl aller Tou­ris­ten ver­sam­melt hat. Dau­er des fas­zi­nie­ren­den Spek­ta­kels unge­fähr 1 Stun­de.
Wenn man recht­zei­tig da ist und mit viel Glück kann man einen Stuhl ergat­tern. Ansons­ten sitzt man auf den Stu­fen des Ghats oder auf einem der Boo­te im Gan­ges. Die sind aber meis­tens reser­viert für Reisegruppen.

Eine ent­spre­chen­de, mor­gend­li­che Zere­mo­nie gibt es anschei­nend auch. Die fin­det wohl ab ca 5:15 Uhr — je nach Son­nen­auf­gang — am Assi Ghat statt.
Ich habe extra mor­gens in aller Herr­gotts­frü­he zum Son­nen­auf­gang ein Boot für die Fahrt auf dem Gan­ges gemie­tet, aber nichts der­glei­chen gese­hen. Viel­leicht war ich ein­fach zur fal­schen Zeit an der fal­schen Stelle?

Besuch des Affen­tem­pels San­kat Mochan und Dur­ga Tempel

Der San­kat Mochan und der Dur­ga Tem­pel sind zwei der berühm­tes­ten und his­to­risch bedeut­sams­ten hin­du­is­ti­schen Hei­lig­tü­mer in Var­a­na­si. Man kann ihren Besuch mit­ein­an­der ver­bin­den, da sie nur etwa 800 Meter von­ein­an­der ent­fernt liegen.

Der San­kat Mochat ist dem Affen­gott Hanu­man gewid­met und wird oft als Mon­key Temp­le bezeich­net, da auf sei­nem Gelän­de beson­ders vie­le Affen unter­wegs sind.Der Dur­ga Tem­pel ist der gött­li­chen Mut­ter Dur­ga gewid­met. Du kannst ihn nicht ver­feh­len, da er an der Haupt­stra­ße liegt und ob sei­ner auf­fal­lend roten Far­be nicht zu über­se­hen ist!

Besuch des “Gol­de­nen Tem­pels” Kashi-Vishwanath

Der Kashi-Vishwa­nath-Tem­pel, auch bekannt als der Gol­de­ne Tem­pel von Var­a­na­si, ist dem Gott Shi­va gewid­met. Er ist einer der hei­ligs­ten Hin­du­tem­pel Indi­ens.
Ich habe dort immer wie­der meh­re­re Hun­dert-Meter-lan­ge-Schlan­gen erlebt, die sich über meh­re­re Blocks erstre­cken! Das soll einen aber nicht vom Besuch abhal­ten, denn als Tou­rist (Ein­gang 2!) wird man an der Schlan­ge vor­bei­ge­wun­ken! Man muss sei­nen Pass dabei­ha­ben und sich regis­trie­ren. Per­sön­li­che Gegen­stän­de wer­den in einem Schließ­fach depo­niert. Ein­tritt ist kostenlos.

Im Tem­pel selbst kann man lei­der nicht alles foto­gra­fie­ren. Auch kommt unser­eins nicht ins Inners­te.
Davon unab­hän­gig war der Boden — man muss bar­fuß sein — extrem siffig und unan­ge­nehm klebrig.

Varanasi, Goat beim Manikanika Ghat © Peters Travel Peter Pohle
Goat beim Manika­nika Ghat

Restau­rants / Cafés im Alt­stadt­teil Dashashwamedh

Abend­essen im Ganga Fuji

Den Besuch des Ganga Fuji Restau­rant kann man gut mit dem Gol­de­nen Tem­pel ver­bin­den. Das Restau­rant befin­det sich in der­sel­ben Gas­se, ca 70 Meter vor dem Gol­den Temp­le auf der lin­ken Sei­te. Der Besit­zer berät die Gäs­te zur Essens­aus­wahl und würzt nach den indi­vi­du­el­len Wün­schen.
War­nung: Ach­tung vor der aus­ge­schil­der­ten Fake-Kopie. Das war zu mei­ner Zeit eher ein ein­fa­cher Homestay. Man gelangt über eine stei­le Trep­pe zu einem ein­sa­men, ver­wais­ten Roof­top-Restau­rant. Die Umge­bung war sehr dunkel.

Blue Las­si — Mein Tipp für ein (Lassi-)Highlight

Gasse vor dem Blue Lassi in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Gas­se vor dem Blue Lassi 
Blue Lassi in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Blue Las­si in Var­a­na­si © Peters Tra­vel Peter Pohle

Adres­se: CK-12/1 Kacho­wri Galichowk
Tipp: Das Blue Las­si ist eine Insti­tu­ti­on und tou­ris­ti­scher Hot­spot. Geführt als rei­ner Fami­li­en­be­trieb. In dem klei­nen, ein­fa­chen Shop gibt es aus­schließ­lich frisch zube­rei­te­ten Las­si in zig lecke­ren Vari­an­ten. Der Laden ist meis­tens gut besucht. Ich war mehr­fach dort, weil er mir so gut gefal­len hat. Das Blue Las­si liegt in einer extrem schma­len Fuß­gän­ger­gas­se. Befin­det sich in der Nähe vom Ver­bren­nungs­ghat / Manika­nika Ghat.
Zugang von der Haupt­stra­ße oder auch vom Ver­bren­nungs­ghat.

Blue Lassi in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle

In die­ser super­schma­len Gas­se kom­men häu­fig Lei­chen­trä­ger in gefähr­li­chem Lauf­schritt mit dem in wei­ßes Tuch gehüll­ten Leich­nam auf einer Bah­re auf dem Weg zum Manika­nika Ghat vor­bei. Im Schlepp­tau die Fami­lie und die Ver­wand­ten. Alle eint ein ritu­el­ler Sprech­ge­sang.
ACH­TUNG: So pit­to­resk es für Tou­ris­ten sein mag, es ist nicht unge­fähr­lich für Pas­san­ten, die nicht recht­zei­tig aus­wei­chen und in einen Haus­ein­gang bzw. ins Blue Las­si flüch­ten können.

Kesha­ry Restaurant

Das Kesha­ry liegt­na­he beim Godow­lia Crossin­gin der Fuß­gän­ger­zo­ne (Dashash­wa­medh Road). Wur­de mir von einem Local emp­foh­len. Ent­spre­chend gut und ger­ne von Ein­hei­mi­schen besucht.

Niya­ti Cafe

Hin­ter Rash­mi Guest House: Kusche­li­ge Wohn­zim­mer-Atmo­sphä­re mit nur 4 Tischen. Das frisch zube­rei­tet Tha­li soll gut sein. Öff­nungs­zei­ten: 8 — 21:30 Uhr.

Dosa Café & Restaurant

Ein paar Schrit­te ent­fernt in der­sel­ben Gas­se wie das Niya­ti Cafe liegt das „Wohn­zim­mer“ vom Dosa Café. Regio­na­le Küche. Gute Kar­te, die alles genau erläutert. 

Dol­phin Restaurant

Das Dol­phin trhont über dem Man­man­dir Ghat. Ich bezeich­ne das Dol­phin als ein gedie­ge­nes Restau­rant mit geho­be­nen Prei­sen. Gute Lage am Ghat mit Blick auf den Gan­ges. Es gibt ein kli­ma­ti­sier­tes Restau­rant und das glei­che Restau­rant noch­mal dar­über als offe­nes Roof­top-Restau­rant. Auf die Fra­ge, ob ich ein Bier wol­le hat es mir aller­dings beim Preis von 500 Rupi­en für die Dose den Appe­tit ver­dor­ben und ich bin gleich wie­der gegangen.

Hotel Gule­ria Kothi  (Bhon­s­a­le Ghat)

Der Bhon­s­a­le Ghat liegt ca 300 Meter hin­ter dem Ver­bren­nungs-Ghat. Dort gibt es das geho­be­ne Hotel Gule­ria Kothi mit einer schö­nen Ter­ras­se, direkt an der Pro­me­na­de. Ich sit­ze ger­ne hier, aller­dings sind es stol­ze Prei­se. So steht zB mein Cap­pu­ci­no mit 145 Rupi­en auf der Kar­te. Dazu kom­men dann noch­mal Steu­er, sodass der Kaf­fee sport­li­che 170 INR kostet.

Kurz vor dem Hotel Gule­ria Kothi liegt unter­halb vom Hotel East View der Scin­dia Ghat. Hier herrsch­te bei mei­nen Besu­chen immer viel Betrieb mit baden­den Jun­gen auf der Badeinsel.

Unter­künf­te in Varanasi

Ganpati Guest House, Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Gan­pa­ti Guest House

Var­a­na­si Gan­pa­ti Guest House bzw. Homestay D.3/24, Meer Ghat; Freund­li­ches Per­so­nal. Lage qua­si direkt am Gan­ges. Nahe zum Ver­bren­nungs Ghat / Manika­nika Ghat. Vom Krei­sel die Fuß­gän­ger­zo­ne bis zum gro­ßen Stein­tor auf der lin­ken Sei­te. Da durch gehen und nach ca 10 m die schma­le Gas­se rechts rein — oben drü­ber steht To Gol­den Temp­le (dafür folgt man dann der Haupt­gas­se gera­de­aus). Dann muss man sich rechts hal­ten und ein paar­mal fra­gen. Ist sehr bekannt.

Das dane­ben lie­gen­de Alka Hotel ist ein­fa­cher, preis­wer­ter, hat aber eine noch schö­ne­re Ter­ras­se mit Aus­sicht zum Ghat als das Ganpati!

Für die letz­te Nacht muss­te ich ins Haupt­haus umzie­hen: Zim­mer war teu­rer (3.400 Rupi­en incl Tax), aber defi­ni­tiv nicht bes­ser. Win­zi­ges Bad bei dem es ein Akt war sich auf’s Klo zu setzen!

Sowohl das Gan­pa­ti als auch das Alka Hotel sind nahe zum gro­ßen Ver­bren­nungs­ghat / Manika­nika Ghat und zur Ganga Aar­ti Zere­mo­nie!

Beliebt scheint das Coco Caba­na im wuse­li­gen Zen­trum zu sein?!

Taxi­prei­se

Pick Up vom Bahn­hof: 700 Rupi­en mit dem Taxi. Das war aller­dings 2019 und dürf­te mitt­ler­wei­le teu­rer sein!

Eben­falls im Janu­ar 2019 habe ich mit dem Taxi einen Tages­aus­flug nach Alla­ha­bad (130 km ein­fa­che Stre­cke) gemacht. Anfangs­preis vor Ver­hand­lung war 5.000 Rupi­en für Hin- und Rück­fahrt. Nach zähen Ver­hand­lun­gen habe ich die Taxi­fahrt für 2.800 Rupi­en bekom­men.
Taxi zum Air­port nor­mal für 1.000 Rupi­en. Mein Preis: 700 INR.

Motorrad in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle

Bes­te Reisezeit

Ich war im Janu­ar in Var­a­na­si. Es war heiß und durch­ge­hend Son­nen­schein. 

Hoch­sai­son & bes­te Rei­se­zeit: Okto­ber bis März. Son­nig, tro­cken und ange­nehm warm. Die bes­te Rei­se­zeit für Var­a­na­si sind die küh­le­ren und tro­cke­nen Mona­te von Okto­ber bis März. Die Tem­pe­ra­tu­ren lie­gen tags­über meist zwi­schen 20 °C und 30 °C. Beson­ders von Dezem­ber bis Febru­ar ist es ide­al für Erkun­dun­gen. Aller­dings kann es dann mor­gens und abends kühl wer­den.
April bis Juni: Extre­me Hit­ze mit Tem­pe­ra­tu­ren bis zu 45 Grad. Hohe Luft­feuch­tig­keit.
Juli bis August bzw. Sep­tem­ber: Regen­zeit mit hoher Luft­feuch­tig­keit. Es kann zu Über­schwem­mun­gen an den Ghats kommen.

Fazit: Var­a­na­si – eine Stadt, die man erlebt haben muss

Var­a­na­si ist laut, chao­tisch, dre­ckig, manch­mal anstren­gend und defi­ni­tiv nicht jeder­manns Sache. Und genau des­halb ist die Stadt für mich eines der fas­zi­nie­rends­ten Rei­se­zie­le Indi­ens. Nir­gend­wo sonst scheint das Leben so unmit­tel­bar mit Reli­gi­on, Tod und Spi­ri­tua­li­tät ver­bun­den zu sein wie hier am Ganges.

Ob bei einer mor­gend­li­chen Boots­fahrt auf dem hei­li­gen Fluss Gan­ges, beim Spa­zier­gang von Ghat zu Ghat, bei der all­abend­li­chen Ganga Aar­ti oder beim Beob­ach­ten der Sad­hus und Pil­ger – Var­a­na­si bie­tet Ein­drü­cke, die man so schnell nicht ver­gisst. Beson­ders die Ver­bren­nungs-Ghats machen deut­lich, wel­chen Stel­len­wert Tod und Wie­der­ge­burt im Hin­du­is­mus haben.

Man muss Var­a­na­si nicht roman­ti­sie­ren. Das Gedrän­ge, die per­ma­nen­te Anspra­che durch Händ­ler und selbst­er­nann­te Gui­des und die teil­wei­se chao­ti­schen Zustän­de kön­nen durch­aus ner­ven. Trotz­dem – oder gera­de des­halb – gehört Var­a­na­si für mich zu den Orten, die man bei einer Indi­en­rei­se gese­hen haben sollte.

Wer sich auf Var­a­na­si ein­lässt, erlebt eine der unge­wöhn­lichs­ten und spi­ri­tu­ells­ten Städ­te der Welt. Für mich ist ein Besuch des­halb ein abso­lu­tes Muss bei einer Indienreise.

Shop in Varanasi © Peters Travel Peter Pohle
Shop in Varanasi
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2 Kommentare

  1. Margit Reichelt-Jordan sagt

    Kom­pli­ment und Respekt fuer die­sen Rei­se­be­richt. Hoch­ach­tung, des Du eine sol­che Rei­se gemacht hast!!! Herz­lich, Mar­git, die zwar Indi­en bereist hat, aber nicht in Var­a­na­si war.

    • Hal­lo Margit,
      mer­ci für dei­nen Kommentar.
      Übri­gens geht es für mich mor­gen nach Kal­kut­ta und anschlie­ßend wei­ter nach Sik­kim und Dar­jee­eling. Von dort dann zu einem Trip durch Bhutan…
      LG, Peter
      PS Und irgend­wann kom­me ich sicher noch­mal nach LA

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