Ecuador
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Canoa — Tipps zu Anrei­se, Strand, Unterkünfte….

Canoa in Ecuador, Schriftzug mit Strand

Mor­gens um 7 mache ich mich in Puer­to Lopez mit dem Bus auf den Weg nach Canoa. Das sind unge­fähr 180 Kilo­me­ter auf der Ruta del Spondylus.
In Canoa wer­de ich an einer Ecke der Haupt­stra­ße abge­setzt. Von hier sind es dann noch 3 Blocks bis ich den brei­ten Strand errei­che. Ein biss­chen kom­me ich mir vor wie in einer Geis­ter­stadt. Kein Mensch weit und breit.
Erst­mal brau­che ich jetzt eine ver­nünf­ti­ge Unter­kunft. Bei Boo­king­com habe ich mir bereits eini­ge ange­schaut und weiß eigent­lich, dass ich ins Hotel La Vis­ta will. Auf dem Weg dort­hin schaue ich mir aber zusätz­lich noch ein paar ande­re Unter­künf­te an.

Cevicheria am Strand von Canoa, Ecuador

Malecon von Canoa in Ecuador

Strand von Canoa in Ecuador

Mein ers­ter Ein­druck von Canoa ist eher trist. Posi­tiv aus­ge­drückt heißt das, Canoa ist sehr laid back. Auf jeden Fall fin­de ich es sym­pa­thisch, dass die Ufer­stra­ße oder der „Male­con“ noch eine buck­li­ge Sand­stras­se ist. An eini­gen Stel­len liegt ein bein­di­ckes Tau auf der Pis­te, um die Autos, die sich hier­her ver­ir­ren, zum lang­sam fah­ren zu zwin­gen. Auf dem beson­ders brei­ten Strand sind  neben den Fischer­boo­ten die übli­chen Lie­ge­stüh­le und Son­nen­schir­me auf­ge­baut. An einer Stel­le sind Surf­boards wie Per­len an einer Schnur in den Sand gerammt. Auf der gan­zen Strand­län­ge — zumin­dest vor dem Orts­zen­trum — gibt es die obli­ga­to­ri­schen, ein­fa­chen Strand­re­stau­rants, die Cevicherias.

Strand mit Fischerbooten in Canoa

Surfboards am Strand von Canoa in Ecuador
Es ist um die Mit­tags­zeit. Vor den lee­ren Restau­rants ver­su­chen die Ange­stell­ten mich zum Essen zu überreden.
Viel scheint hier nicht los zu sein. Ich fra­ge mich wor­an das lie­gen mag. Gut, zum einen ist es ein nor­ma­ler Wochen­tag. Das bedeu­tet, dass so gut wie kei­ne ein­hei­mi­schen Tou­ris­ten in Canoa sind. Viel­leicht hängt es aber auch mit dem ver­hee­ren­den Erd­be­ben zusam­men, das 2016 mit einer Stär­ke von 7,8(!) 52 Sekun­den lang in die­ser Ecke herrsch­te und vie­les zer­stör­te. Nicht zuletzt des­we­gen steht wohl auch extrem vie­les zum Verkauf.
Ich unter­hal­te mich mit Phil (73) vom Hos­tal Baloo. Er stammt ursprüng­lich aus „Der­by in the midd­le of Eng­land“, lebt aber seit 48 Jah­ren in Ecua­dor. Das Baloo, fast am Ende des Male­con, hat er seit 15 Jah­ren. Er sitzt allei­ne an sei­ner Rezep­ti­on an der Bar. Gäs­te hat er kei­ne. Dabei befin­den wir uns in der Hoch­sai­son. Er meint, es wird zwar am kom­men­den Kar­ne­val-Wochen­en­de alles voll, aber davon allein kann er natür­lich nicht leben. Das Geschäft ist nach dem Erd­be­ben bru­tal ein­ge­bro­chen. Dazu kommt, dass Canoa mitt­ler­wei­le einen schlech­ten Ruf hat. Natür­lich wür­de auch Phil ger­ne ver­kau­fen, aber es gibt kei­ne Käu­fer. Und über­haupt, wo soll er schon hin mit 73 Jahren?

Fischer beim Netze knüpfen in Canoa
Wenn man ein paar Schrit­te ins Orts­in­ne­re geht, trifft man auf Fischer, die ihre Net­ze fli­cken oder neue Net­ze knüp­fen. Die Stim­mung ist freund­lich. Ande­re Tou­ris­ten tref­fe ich hier nicht. Ansons­ten gibt es hier auch nicht viel zu sehen.
Scheint Canoa tags­über ver­waist, so ist es abends — zumin­dest in der Orts­mit­te — leb­haf­ter. Hier ist dann alles tag­hell erleuch­tet und die Jugend trifft sich auf den drei Plät­zen zum Bas­ket­ball, Fuß­ball oder Volleyball.

Strand von Canoa

Der Strand von Canoa ist mit sei­nen 17 Kilo­me­tern einer der längs­ten von Ecua­dor. Auf Orts­hö­he gibt es ein gro­ßes Ange­bot an Lie­ge­stüh­len und Surf­bret­tern. Vie­le, klei­ne Cevicherías.

Ich bin den Strand ger­ne in nörd­li­cher Rich­tung bis an den Fuß der gigan­ti­schen Steil­küs­te gegan­gen. Aller­dings kommt man dort nur bei Ebbe hin. Rich­tung Süden geht es end­los weit! Man kommt vor­bei an ver­ein­zelt lie­gen­den Con­dos bzw. klei­nen Wohn­an­la­gen. Aller­dings kann ich nicht nach­voll­zie­hen, war­um man sich hier­her zurück­zie­hen sollte?

In bes­se­ren Zei­ten scheint Canoa ein guter Platz für Sur­fer (gewe­sen) zu sein? Man kann sur­fen ler­nen oder auch nur Surf­bret­ter aus­lei­hen. Wäh­rend mei­nes Auf­ent­hal­tes waren aller­dings kei­ne Sur­fer am Strand unterwegs.

Unter­künf­te

Hotel Bam­bú liegt am Anfang des Male­con. Sie ist die etwas bes­se­re Unter­kunft mit ange­nehm luf­ti­gem Restau­rant. Eigen­tü­mer ist der Hol­län­der Joost (55). Er kam vor 25 Jah­ren zuerst mit dem Rad von Qui­to nach Canoa! Damals gab es hier so gut wie nichts. Ein ein­sa­mes Para­dies. Also ent­schied er sich, sich hier nie­der­zu­las­sen. Inzwi­schen hat er zwei Erd­be­ben über­stan­den, 1998 und 2016. Nach drei har­ten Jah­ren ist er jetzt gera­de dabei die letz­te neue Caba­ña fer­tig­zu­stel­len. Ihm erging es ver­gleichs­wei­se gut und er wird sicher blei­ben. Aber auch er bestä­tigt mir, dass die Besu­cher aus­ge­blie­ben sind und es in den letz­ten Jah­ren eini­ge „Vor­fäl­le“ gege­ben habe. Aller­dings scheint es jetzt wie­der mit allem lang­sam berg­auf zu gehen.
Hotel La Vista
Mein Tipp: Das Hotel La Vis­ta war mei­ne ers­te Wahl. Pool/AC/TV Direkt an der Ufer­stra­ße. Von mei­nem Zim­mer (Nr 8) im zwei­ten Stock hat­te ich einen schö­nen Blick auf Pool, Strand & Meer. Hän­ge­mat­te auf mei­nem Bal­kon. WiFi klappt lei­der nicht über­all. Prei­se um die 30–40$.
Hos­tel Coco Loco liegt direkt dane­ben. Bie­tet auch Dorms an. Sehr Basic. Es roch im ange­schau­ten Zim­mer etwas feucht und muffig.
Hotel Medi­ter­ra­neo liegt in der drit­ten Rei­he und kos­tet glatt die Hälf­te vom La Vis­ta. Hat dafür aber auch nur Fan. Ist aber ansons­ten total ok.
Hos­tal Restau­rant Samay: Male­con. Ein­fa­che Zim­mer. Die Loca­ti­on bzw. die luf­ti­ge Dach­ter­ras­se mit Blick auf Strand & Meer sieht aber gut aus.

Blick vom Hotel La Vista in Canoa, Ecuador

Blick vom Hotel La Vista

Essen in Canoa

Die Spa­ghet­ti de Camarón im Restau­rant Cos­ta Azul waren mit 6$ zwar sehr preis­wert, aber auch eine über­schau­ba­re  Por­ti­on.
El Pani­ta ein­fa­ches Strand­re­stau­rant schräg gegen­über vom Hos­tal Playa Azul. Flot­ter & ange­neh­mer Ser­vice. Natür­lich muss­te ich auch dort die Pas­ta mit Cama­ro­nes pro­bie­ren. Die kamen mit 2 Spie­gel­eiern. Fand ich originell.
Sab­o­rea­me liegt am Platz in der Orts­mit­te, an dem die Spiel­plät­ze unter Flut­licht lie­gen. Ich war abends der ein­zi­ge Gast. Mein Cevi­che mix­to (Pes­ca­do Cama­ron, 7$) war gut, aber die Atmo­sphä­re könn­te gemüt­li­cher sein.
Es gibt meh­re­re Sab­o­rea­me-Restau­rants, zB auch eine Cevi­che­ría am Strand. Erklä­rung: es gibt 4 Geschwis­ter, von denen jeder sein eige­nes Restau­rant hat.
Surf Shark am Male­con war an einem Diens­tag­abend bis auf den letz­ten Platz besetzt. Gemüt­li­che Atmo­sphä­re. Es fand das Tri­via Quiz statt. Auf eng­lisch! Anschei­nend DER Treff­punkt für die Expats aus der Umge­bung. Alles Leu­te, die hier in irgend­wel­chen Con­dos leben.
Suki Bar ist eine Strand­bar am Male­con. Hier kann man essen, aber vor allem hat es auch einen Bar­be­reich in dem man gemüt­lich etwas trin­ken kann. Ist die ein­zi­ge Bar direkt am Strand!

Aus­flug nach Don Juan

Arturo hat­te mir bei mei­nem ers­ten Restau­rant­be­such den Tipp mit Don Juan gege­ben. Das soll­te ein tol­ler Ort mit einer schö­nen Unter­kunft sein. Und da ich weder sur­fen noch mich am Strand im Schat­ten, geschwei­ge denn in der Son­ne auf­hal­ten woll­te, mach­te ich mich auf den Weg. Ich sag’s gleich mal vor­weg: es war ein Schuss in den Ofen. Auch dau­er­te die Fahrt nicht die ver­spro­che­ne hal­be Stun­de (es war genau 1 Stun­de). Aus­ge­stie­gen bin ich in Don Juan Playa. Dort soll­te die schö­ne Unter­kunft Cama­re sein. Es gab aber nur einen klei­nen, nicht schö­nen Strand auf dem ein paar Fischer­boo­te lagen. Weit und breit kei­ne Unter­kunft Cama­re. Die soll­te dann 1 km wei­ter sein. Da ich schon mal hier war, habe ich mich wie­der auf den Weg gemacht. Die Ent­täu­schung war groß, als ich die ver­las­se­ne Hos­te­ria Cama­re zu guter letzt noch gefun­den habe: Sehr ein­fa­ches (zu teu­res) Zim­mer oder Über­nach­tung in einem Zelt! Und das in der Hitze!
Auch der ein­sa­me klei­ne, natur­be­las­se­ne Strand über­zeug­te mich nicht.
Fazit: Ich habe dann erst­mal Canoa um eine wei­te­re Nacht verlängert!

Strand mit Liegestühlen, Canoa in Ecuador

Rei­se­zeit & Wetter

Die Haupt­sai­son an der Pazi­fik­küs­te Ecua­dors geht von Dezem­ber bis Mai. Das ist auch die Regen­zeit. Regen­fäl­le in der Nacht und even­tu­ell um die Mit­tags­zeit. Jede Men­ge Son­ne am Vor- und Nach­mit­tag. Tags­über sehr heiß.
Neben­sai­son ist in den küh­le­ren Som­mer­mo­na­ten von Juni bis Dezem­ber. Dann herrscht oft ein duns­tig-grau­er Wolkenhimmel.
Ich war Mit­te Febru­ar in Canoa: Tags­über bis 29 Grad.
Hohe Luft­feuch­tig­keit. So gut wie kein Regen. Manch­mal bedeckt, aber dann kam immer wie­der die Son­ne durch.

Kreuzung am Malecon, Canoa in Ecuador

Mos­ki­tos

Wenn ich selbst auch dank mei­ner AC wei­test­ge­hend ver­schont wur­de, das Mos­ki­to­netz über mei­nem Bett und der Flie­gen­draht an den Fens­tern sagen alles.

ATM / Caje­ro Automático

Gibt es nicht in Canoa. Dafür muss man wohl nach San Vicente.

Anrei­se & Weiterreise

Um von Puer­to López nach Canoa zu kom­men muss man über Puer­to Vie­jo fah­ren und dort umstei­gen (even­tu­ell ist es schnel­ler, wenn man über Man­ta fährt). Da aber mor­gens zu einer zivi­len Zeit kein Bus fuhr, muss­te ich erst­mal nach Jipi­ja­pa (2$) (Aus­spra­che: Hip­pi­hap­pa) und von dort wei­ter nach Puer­to Vie­jo (1,70$, 1 Stun­de). Von Puer­to Vie­jo soll­te es dann mit nur einem Bus wei­ter nach Canoa gehen. In Puer­to Vie­jo hat­te ich direk­ten Anschluss. Ich wur­de qua­si von Bus zu Bus gereicht. Fahr­zeit ca 1:30 — 2 Stun­den (95 Kilo­me­ter). Ich wur­de dann aber unter­wegs — in Bahia — doch noch­mal in einen ande­ren Bus verfrachtet.
Ins­ge­samt habe ich 6 Stun­den gebraucht.
Hier geht es zur Web­sei­te über Bus­ver­bin­dun­gen in Ecuador
Canoa — Cojimíes
Um ins nörd­lich gele­ge­ne Cojimí­es oder Mom­pi­che zu gelan­gen muss man über Pederna­les fahren.

Busfahrplan in Canoa, Ecuador

Fazit zu Canoa

Kann man besu­chen, wenn man eh an der Pazi­fik­küs­te Ecua­dors unter­wegs ist. Aller­dings soll­te man nicht zu viel erwar­ten. Es gibt aus mei­ner Sicht schö­ne­re Orte oder Orte mit einem span­nen­de­ren Ange­bot in der Umgebung.

Rei­se­tipps für die Pazi­fik­küs­te Ecuadors

Wei­te­re Orte an der Pazi­fik­küs­te Ecua­dors über die ich geschrie­ben habe sind Mon­ta­ñi­ta & Olón, mein Lieb­lings­ort Ayam­pe,  Puer­to López, Cojimí­es und Mom­pi­che.

Playa Los Frailes im Parque Nacional Machalilla, Ecuador

Playa Los Frai­les bei Puer­to López

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