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Muss ich in Puer­to Prince­sa wirk­lich ins Gefäng­nis?

Puerto Princesa Palawan, Eingang zum Iwahig Prison, Copyright Peter Pohle PetersTravel

Ich war noch nie im Gefäng­nis. In Puer­to Prince­sa bin ich dann sogar frei­wil­lig in den Knast gegan­gen, genau­er gesagt in den Iwa­hig City Pri­son and Penal Farm. Ich fand es ein sehr zwie­späl­ti­ges Erleb­nis.

Auf dem Rück­weg von El Nido und Port Bar­ton kom­me ich wie­der nach Puer­to Prince­sa. Ich bin wie­der im Hotel Puer­to Pen­si­on in der Mal­var St. Es liegt etwas allei­ne und gefällt mir gut, weil viel Holz ver­baut wur­de.

Puerto Princesa Palawan, Randbezirk an der Bay Copyright Peter Pohle PetersTravel

Puer­to Prince­sa Pala­wan: Rand­be­zirk an der Bay

Dies­mal erkun­de ich auf mei­nem Streif­zug die nähe­re Umge­bung der Stadt. Ich gehe in den Außen­be­zirk an der Bay. Hier ist alles sehr ärm­lich und run­ter­ge­kom­men. Ich muss an die Favel­has in Rio den­ken. Hier scheint wenig pri­vat zu sein. Die Bewoh­ner in die­sen schma­len, ver­win­kel­ten Gas­sen, in denen gera­de mal zwei Fuß­gän­ger neben­ein­an­der pas­sen, schei­nen zufrie­den zu sein. Aber letzt­lich kann ich das wohl kaum beur­tei­len!
Auf jeden Fall sind sie extrem freund­lich!
Anschlie­ßend gehe ich zum Bay­walk auf der ande­ren Sei­te der Bay. Hier gibt es abends eine Rei­he von Open Air Restau­rants, die fang­fri­schen Fisch zube­rei­ten. Tags­über ist er ver­waist.

Puerto Princesa Palawan, Baywalk Copyright Peter Pohle PetersTravel

Puer­to Prince­sa Pala­wan, Bay­walk

Nach­dem ich mir ein Flug­ti­cket nach Cebu gekauft habe, fah­re ich mit dem Tri­cy­cle zum Abend­essen ins Restau­rant Ka Lui in der Riz­al Ave Exten­si­on. Nach­dem ich beim letz­ten Mal im Open Air Restau­rant Kin­abuchs Grill and Bar zwar kei­ne Wür­mer, son­dern das lecke­re Croc Ado­ba­do — Cro­co­di­le meat ste­wed in Coco­nut milk, sea­so­n­ing & Spi­ces genos­sen habe, will ich heu­te das belieb­te Ka Lui tes­ten. Ich kann nur sagen: der Besuch lohnt sich! Tol­les Ambi­en­te & genau­so tol­les Essen. Mei­ne Wahl fiel auf Fish & Chips (245 Pesos). Das hört sich zwar pro­fan an, aber so habe ich das noch nie geges­sen. Die Chips waren mit dem Fisch ver­wo­ben.
Sah ein biss­chen wie ein Vogel­nest aus. Und schmeck­te wirk­lich geil!
Als ich mir danach gera­de einen Nach­tisch bestel­len woll­te, kam der Ober und stell­te einen Com­pli­men­ta­ry Fruit­sa­lad vor mich hin. Was will ich mehr? Hier will ich wie­der hin!!!

So, nun zu mei­ner Über­schrift
“Muss ich in Puer­to Prince­sa wirk­lich ins Gefäng­nis?”

Das Iwa­hig City Pri­son and Penal Farm wie er offi­zi­ell heißt ist ein Vor­zei­ge­pro­jekt der Phil­ip­pi­nen.

Ich bin mit dem öffent­li­chem Bus bis zum Ein­gangs­tor gefah­ren. Am Schlag­baum muss­te ich mei­nen Aus­weis abge­ben im Aus­tausch für einen Zugangs­schein. Der Wach­mann war irri­tiert, weil man wohl nor­ma­ler­wei­se mit dem Tri­cy­cle kommt und auch nach dem Schlag­baum wei­ter­fährt. Ich hat­te dann noch einen Fuß­weg von 2–3 Kilo­me­tern vor mir, vor­bei an offe­nen Fel­dern. Schließ­lich gelang­te ich zu einer hand­voll, Ver­wal­tungs­ge­bäu­den mit einem gro­ßen Appell­platz davor. Auf der lin­ken Sei­te erahn­te ich dann schon den berühm­ten Sou­ve­nir­shop, in dem von den Gefan­ge­nen her­ge­stell­te, ein­fa­che Waren ver­kauft wer­den.

Dort sah ich auch eini­ge Gefan­ge­ne, die gera­de einen Tanz vor einer klei­nen Tou­ris­ten­grup­pe prä­sen­tier­ten. Als ich dazu­kam, war es aber schon vor­bei. Jetzt konn­te man sich mit den Gefan­ge­nen in schwar­zen T-Shirts unter­hal­ten bzw. aus­fra­gen.
Es gibt drei Kate­go­ri­en von Sträf­lin­gen: Mini­mum, Medi­um und Maxi­mum.
Mini­mum darf sich frei bewe­gen, Medi­um und Maxi­mum bekommt man nicht zu Gesicht. Ins­ge­samt gibt es wohl 2.000 Insas­sen. Vie­le arbei­ten auf den Fel­dern und kön­nen sich „frei“ bewe­gen. Eini­ge dür­fen sogar ihre Fami­lie bei sich haben. Mit eini­gen habe ich mich unter­hal­ten. Einer hat­te wegen Dro­gen schon 12 Jah­re in Mani­la und 8 Jah­re in Iwa­hig hin­ter sich! Obwohl die Gefan­ge­nen relaxt schei­nen und rumal­ber­ten, wirkt die Atmo­sphä­re auf mich eher beklem­mend. Natür­lich trifft man Häft­lin­ge, die den Kon­takt zu den Besu­chern qua­si als Beloh­nung bekom­men.
Da ich mitt­ler­wei­le der ein­zi­ge Besu­cher bin, for­dert einer von ihnen die ande­ren auf für mich zu tan­zen. Ich ersti­cke das aber im Keim. Soweit kommt’s noch!
Ich füh­le mich unwohl, nicht zuletzt durch die depri­mie­ren­den Geschich­ten über Dro­gen und Über­fäl­le, die ich zu hören bekom­me.

Ich mache mich dann schnell wie­der auf den Rück­weg. Dabei kann ich unter­wegs mit zwei Gefan­ge­nen spre­chen, die kei­ne Mas­ke auf­ha­ben und offen­sicht­lich wesent­lich unglück­li­cher sind. Und das las­sen sie sich auch anmer­ken.

Puerto Princesa Palawan, Besucher im Iwahig Gefängnis Copyright Peter Pohle PetersTravel

Puer­to Prince­sa Pala­wan: Besu­cher im Iwa­hig Gefäng­nis

Puerto Princesa Palawan: Sträflinge im Iwahig Gefängnis Copyright Peter Pohle PetersTravel

Puer­to Prince­sa Pala­wan: Sträf­lin­ge im Iwa­hig Gefäng­nis

Info zu Puer­to Prince­sa

Unter­kunft: Hotel Puer­to Pen­si­on, Mal­var St. Zim­mer ab 1.200 (EZ), DZ ab 1.700 (26,50 €) WiFi, AC, TV, Hot Water.  Ruhig. Schö­ne Dach­ter­ras­se zum Früh­stück. Schö­ne Holz-Zim­mer. Ange­nehm!
Restau­rant Ka Lui in der Riz­al Ave Exten­si­on.
Tol­les Ambi­en­te & genau­so tol­les Essen, Fish & Chips 245 Pesos (3,80 €), Man­go Saft 80 Pesos (1,25 €)
Kin­abuchs Grill and Bar Trip Advi­sor Riz­al Ave. Open Air und über­dacht; mit gro­ßem Park­platz. Gro­ße Kar­te. Ich habe aber kei­ne Zie­ge oder Wür­mer geges­sen, son­dern mich für Croc Ado­ba­do — Cro­co­di­le meat ste­wed in Coco­nut milk, sea­so­n­ing & Spi­ces, 370 Pesos (5,80 €), ent­schie­den. War lecker!

Anfahrt zum Iwa­hig City Pri­son and Penal Farm in Puer­to Prince­sa

Ich ver­mu­te, dass es orga­ni­sier­te Tou­ren gibt.
Mit Tri­cy­cle soll es von Puer­to Prince­sa, je nach Ver­hand­lungs­ge­schick, 300–600 Pesos (4,70 — 9,35 €) kos­ten?! Ist eine Halb­ta­ges­tour. Man kommt 8 Kilo­me­ter vor­her an der Kro­ko­dil­farm vor­bei.
Ich bin mit öffent­li­chem Mul­ti­cab für 15 Pesos gefah­ren. Das fährt von der Riz­al Ave (Auf­schrift: Sta Moni­ca — Ira­wan — Sic­si­can). Aller­dings fährt das nur bis Ira­wan (dort ist die Kro­ko­dil­farm). Von dort bin ich dann mit öffent­li­chem Bus bis zum Ein­gangs­tor gefah­ren. Am Schlag­baum muss­te ich mei­nen Aus­weis abge­ben. Dann noch­mal ein Fuß­weg von 2–3 Kilo­me­tern.

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4 Kommentare

  1. Wow, das klingt ja mega inter­es­sant! Das Pro­jekt an sich ist schon was beson­de­res, oder? Aber kennst du den Grund, war­um da Besu­cher hin­ein­ge­las­sen wer­den? Gibt’s ein­fach einen huma­nis­ti­schen Ansatz oder ist es eher zur “Vor­füh­rung und Bloß­stel­lung“ gedacht?

    Lg Bar­ba­ra

    • Hal­lo Bar­ba­ra,
      Das ist halt ein Modell­ver­such. Zur Bloß­stel­lung ist es ganz sicher nicht gedacht. Es geht wohl eher dar­um zu zei­gen, dass es auch “mensch­li­che” Gefäng­nis­se auf den Phil­ip­pi­nen geben kann.
      BG, Peter

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