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Batad — Die schöns­ten Reis­terras­sen der Phil­ip­pi­nen

Batad auf den Philippinen, Ort in Talsenke Titelbild Copyright Peter Pohle

Schon in Banaue gibt es wun­der­schö­ne Reis­terras­sen, zB die auf dem alten 1.000-Peso-Schein abge­bil­de­ten. In Batad sind sie aber noch weit­läu­fi­ger und idyl­li­scher mit dem tief unten in der Tal­sen­ke lie­gen­den Ort.

Philippinen: Batad Ort mit Terrassen Copyright Peter Pohle
Die Reis­terras­sen in den phil­ip­pi­ni­schen Kor­dil­le­ren, im Nord­os­ten der Insel Luzón, gehö­ren seit 1995 zum Welt­kul­tur­er­be der UNESCO. Seit ca 2000 Jah­ren wer­den in einer Höhen­la­ge von 700 bis 1500 Metern die Berg­hän­ge mit Stütz­mau­ern ter­ras­siert und für den Anbau von Reis und Gemü­se bewäs­sert.
Ich war mitt­ler­wei­le auf den Phil­ip­pi­nen bei den Reis­terras­sen in Saga­da, Banaue und Batad.
Mei­ne abso­lu­ten Favo­ri­ten sind die Reis­fel­der von Batad. Ich war hier im Janu­ar, also nicht zur Ern­te­zeit. Wie über­ir­disch schön muss es erst sein, wenn alles im saf­ti­gen, sat­ten Grün steht! So habe ich es im letz­ten April bei den Schöns­ten Reis­terras­sen auf Bali erlebt.

Bali Reisterrassen: Jatiluwih Copyright PetersTravel

Bali Reis­terras­sen: Jatilu­wih

Mein Aus­flug nach Batad…

Mor­gens um halb neun ver­traue ich mich einem Tri­cy­cle an.  Ich kaue­re mich in den Bei­wa­gen und ver­su­che eine halb­wegs beque­me Posi­ti­on ein­zu­neh­men. Die phil­ip­pi­ni­schen Maße ent­spre­chen lei­der nicht unbe­dingt den euro­päi­schen!
Die Fahrt soll eine Stun­de dau­ern.
Bevor es rich­tig los­geht, gibt es erst noch­mal 3 gro­ße Cola­fla­schen Sprit für das Motor­rad.

Philippinen: Auf dem Weg nach Batad Copyright Peter Pohle

Auf dem Weg nach Batad…

Nach einer Vier­tel­stun­de stop­pen wir an einer schö­nen Stel­le mit Aus­sicht, qua­si zum Warm­wer­den.
Nach einer Drei­vier­tel­stun­de errei­chen wir dann einen Punkt an dem meh­re­re Jeep­neys und Tri­cy­cles ste­hen.
Aha den­ke ich, neu­er View­point! Aber es ist das offi­zi­el­le Ende der Stra­ße.
Ab hier beginnt mein Fuß­weg.

Die ers­ten Meter sind etwas rut­schig. Es ist auch nur ein klei­ner Pfad, der berg­ab führt. Schon bald kom­me ich zu einem klei­nen Schil­der­wald mit Hin­wei­sen zu Unter­künf­ten. Danach ist es zwar immer noch rut­schig, aber teil­wei­se beto­niert. Nach nur einer Vier­tel­stun­de  errei­che ich den spek­ta­ku­lä­ren Aus­sichts­punkt von Batad.

Weg zu den Reisterrassen von Batad Copyright Peter Pohle

Batad Reisterrassen Schilderwald Copyright Peter Pohle

Batad Reisterrassen, Blick vom ersten Viewpoint Copyright Peter Pohle

Batad Reis­terras­sen: Blick vom ers­ten View­point

Hier am Hang ste­hen ein Kiosk, meh­re­re Häu­ser und die Schu­le. Nach­dem ich die ers­ten Fotos gemacht habe, hal­te ich mich links, Rich­tung Schu­le. Dort sit­zen in einer Klas­se ein paar älte­re Dorf­be­woh­ner, Teil­neh­mer des Seni­or Citi­zens Pro­gram wie ich von der Leh­re­rin erfah­re.
Bei der Schu­le beginnt qua­si der „rich­ti­ge“ Weg.
Ich habe kei­nen Gui­de, weil ich alles sehr gemäch­lich ange­hen will. Ich ent­schei­de mich für links, eini­gen Leu­ten nach. Rechts weist ein Schild nach Babloi. Das ist unten, in der Tal­sen­ke der klei­ne Ort, aber das weiß ich erst auf dem Rück­weg.

Der eigent­li­che Weg ist natür­lich kein rich­ti­ger Weg! Es geht rauf und run­ter, auf schma­len Pfa­den mit­ten durch die klei­nen abge­teil­ten Rei­sponds. Lei­der ist jetzt kei­ne Ern­te­zeit, so dass ein saf­ti­ges grün eher die Aus­nah­me ist. Aber auch so ist die­se Land­schaft — und ich mit­ten drin — ein unglaub­li­ches Erleb­nis!
Die Schön­heit die­ser Land­schaft lässt sich nur schwer auf den Fotos ver­mit­teln bzw. erah­nen!
Mal gibt es nur die unre­gel­mä­ßi­gen Stei­ne auf den schma­len Ste­gen, dann kommt wie­der ein kur­zes Stück über ein­zel­ne Stei­ne oder sogar etwas fes­ter Beton. Mit Über­ho­len ist hier nichts. Da muss man eine der klei­nen Aus­weich­stel­len nut­zen. Tri­cky wird es, wenn es run­ter oder ein Stück hoch­geht. Da ist etwas klet­tern oder zumin­dest balan­cie­ren ange­sagt. Ein­mal weiß ich nicht, ob ich jetzt rauf oder run­ter muss. Ich ent­schei­de mich für oben.
Eine etwas müh­sa­me Klet­ter­par­tie beginnt. Wei­ter oben sehe ich einen Reis­bau­ern. Ich den­ke mir, fra­gen kann nicht scha­den. Aber was soll ich auf sei­ne Fra­ge „Whe­re you go?“ ant­wor­ten? Na dahin, wohin die ande­ren auch gehen! Irgend­wie kom­men wir nicht wei­ter und so ent­schei­de ich mich die letz­te Pas­sa­ge wie­der zurück­zu­klet­tern.
Gute Ent­schei­dung!

Batad mit Reisbauern bei der Arbeit Copyright Peter Pohle

Batad mit Reis­bau­ern bei der Arbeit

In der Fer­ne sehe ich wei­ter oben ein halb­fer­ti­ges Haus auf einem Vor­sprung.
Offen­sicht­lich muss ich dort auch hin­wol­len.
Mei­ne Rich­tung stimmt. Jetzt sehe ich auch wie­der ver­ein­zelt ande­re Besu­cher. Und schon bald errei­che ich das halb­fer­ti­ge Haus.
Natür­lich kann man hier Geträn­ke kau­fen oder auch T-Shirts. Da ich aber weder das eine noch das ande­re will, genie­ße ich still die gran­dio­se Aus­sicht.
Auf der einen Sei­te liegt das Dorf in der Tal­sen­ke.
Auf der ande­ren Sei­te, ganz unten an einem Fluss, sehe ich in wei­ter Fer­ne eine Well­blech­hüt­te. Ich will wit­zig sein, in dem ich zu jeman­dem sage “da müs­sen wir jetzt noch hin”.
Zum Glück bin ich allei­ne und kann mei­nen Spruch nicht los­wer­den.

Böse“ Über­ra­schung…
Nach der klei­nen Pau­se sehe ich, wie sich eine mei­ner „Kon­takt­grup­pen“ wie­der auf den Weg macht. Skep­tisch fol­ge ich ihnen eine enge Stein­trep­pe run­ter. Sie wer­den schon wis­sen, was sie tun. Etwas spä­ter — mei­ne Skep­sis ist stär­ker gewor­den — erkun­di­ge ich mich beim Vor­der­mann, ob das denn wirk­lich der rich­ti­ge Weg sei. Es wider­strebt so voll und ganz mei­nem Ori­en­tie­rungs­sinn und viel­leicht machen die ja einen mehr­tä­gi­gen Trek?

Und dann fällt mir sie­dend heiß ein, Scheis­se, es gibt ja noch den Was­ser­fall?! Den hat­te ich total ver­ges­sen. Oh Mann, eben noch ein Späss­chen machen wol­len und schon bin ich anschei­nend selbst unter­wegs zu die­ser obsku­ren Hüt­te.

Die Stu­fen sind unre­gel­mä­ßig und teil­wei­se sau­blöd hoch. Mit Schre­cken den­ke ich schon jetzt an den Rück­weg. Will ich den Was­ser­fall eigent­lich wirk­lich sehen?
Ande­rer­seits wer­de ich spä­ter sicher flu­chen, wenn ich nicht dort­hin gehe…

Nun gut, irgend­wann habe ich es geschafft. Ich set­ze mich, mache ein paar Fotos und sau­ge alles in mich auf. Natür­lich bin ich froh, dass ich hier­her gegan­gen bin. Der Was­ser­fall Tap­pi­yah Falls ist wirk­lich gran­di­os. Und baden kann man auch, direkt davor im Pool. Es gibt tat­säch­lich Leu­te, die das machen. Aber ich will es jetzt nicht über­trei­ben.
Frü­her hät­te ich das natür­lich gemacht…

Batad Wasserfall Tappiyah Falls Copyright Peter Pohle
Es geht zurück zum Haus auf dem Vor­sprung.
Von hier gehe ich dann direkt die Trep­pe zum male­risch in der Sen­ke lie­gen­den Dorf Babloi. Ich bin zwar allein auf wei­ter Flur, aber der Weg ist leicht zu fin­den. Die Son­ne knallt inzwi­schen und so mache ich in der Mit­te des Ortes bei Mer­lyn im For­eig­ner Inn einen Cola-Stop. Ich kom­me mit ihr ins Gespräch und sie ent­schul­digt sich für den Preis von 50 Pesos (0,77 €) für die Cola. Man muss halt alles müh­sam Run­ter- und Rauf­schlep­pen. Das kann ich sehr gut nach­voll­zie­hen und fin­de es auch nicht wei­ter tra­gisch. Dann erzählt mir Mer­lyn, dass sie 4 Zim­mer für je 250 Pesos (3,86 €) anbie­tet. Ich schaue mir eines an. Als ich das Sha­red Bath sehen möch­te, winkt sie aber ver­schämt ab.

Die Pau­se hat mir gut getan und frisch gestärkt mache ich mich an den Auf­stieg durch die ver­streut am Hang lie­gen­den Häu­ser. Einen Haupt­weg kann ich nach kur­zer Zeit nicht mehr aus­ma­chen. Ich durch­que­re Vor­gär­ten und ver­schre­cke ein paar Hüh­ner. Haupt­sa­che ich kom­me nach oben.
Es zieht sich. Bin ich jetzt auf dem Haupt­weg oder nicht?
Egal!
Wei­ter oben pas­sie­re ich noch die ein oder ande­re Unter­kunft mit dem Hin­weis Tran­si­ent Rooms.
Yip­piii! End­lich habe ich auch das letz­te Stück geschafft.
Ich bin wie­der am View­point.
Ein letz­ter Abschieds­blick und dann ist es eh nur noch eine Vier­tel­stun­de zum Tri­cy­cle.

Das Sah­ne­häub­chen…
Auf dem Rück­weg machen wir dann noch einen klei­nen Abste­cher. Eigent­lich will ich ja am liebs­ten direkt nach Hau­se, aber die­ser Abste­cher zu einem Blick auf das weit unten lie­gen­de Dorf Ban­ga­an Vil­la­ge ist wirk­lich das Sah­ne­häub­chen die­ses Aus­flugs nach Batad, den  schöns­ten Reis­terras­sen der Phil­ip­pi­nen!

Bangaan Village in den Reisterrassen nahe Batad Copyright Peter Pohle

Ban­ga­an Vil­la­ge in den Reis­terras­sen nahe Batad

Info zur Anfahrt nach Batad

Kos­ten der Anfahrt: Mit dem Tri­cy­cle hin und zurück (der Fah­rer war­tet) kos­tet es nor­ma­ler­wei­se 1.000 Pesos (15,44 €). Falls man einen Füh­rer neh­men möch­te kom­men ca 1.000 Pesos oben­drauf. Jodi San­tia­go in der People’s Lodge kann einen zuver­läs­si­gen Fah­rer ver­mit­teln.
Falls man einen Jeep­ney für die Tour mie­tet, macht das 2.800 Pesos / 43,24 € (ohne Füh­rer), lohnt sich also schon ab 3 Per­so­nen!
Man kann auch für 150 Pesos (2,30 €) mit dem Public Jeep­ney fah­ren. Der fährt aller­dings erst ab 15 Uhr von Banaue und am nächs­ten Mor­gen zurück. Aus­nah­me am Sams­tag, weil dann Markt ist. Da fah­ren schon frü­he­re Jeep­neys.
Falls man mit einem Public Jeep­ney hin­ge­kom­men sein soll­te: Vor Ort in Batad wird man bei der Rück­fahrt gefragt, ob man ein Tri­cy­cle nach Banaue braucht. Die Situa­ti­on wird dann sehr ger­ne aus­ge­nutzt und ist mit Vor­sicht zu genie­ßen!

Info zu Batad Reis­terras­sen

Die Ein­woh­ner­zah­len schwan­ken: 80 — 300 für den klei­nen Ort in der Tal­sen­ke.
Ca 900+ für das Tal mit der unmit­tel­ba­ren Umge­bung
Hin­weg: sehr gemäch­li­che 2 Stun­den
Rück­weg ab Was­ser­fall Tap­pi­yah Falls: 1:30 Stun­den
Wenn man in Batad über­nach­ten möch­te, ist mei­ne Emp­feh­lung das eher bei den Häu­sern am ers­ten View­point mit Blick auf den in der Tal­sen­ke lie­gen­den Ort zu machen.

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5 Kommentare

  1. Und wie­der ein sehr inter­es­san­ter Bei­trag. Irgend­wann schaf­fen wir es auch zu den Reis­teras­sen. Hof­fe nur, dass man sich bis dann auch noch so herr­lich ver­lau­fen kann wie du!
    Mit gut auge­bau­ten sight­see­ing Pfa­den wür­den die Reis­teras­sem wohl nicht mehr das sein was sie jetzt sind.
    LG, Urs

    • Wie? Was? Ich kann gar nicht glau­ben. dass ihr noch nicht dort wart. Aber jetzt habt ihr ja eine gute “Gebrauchs­an­lei­tung”
      BG, Peter

  2. Pingback: Meine ersten 2 Tage in Manila PETERSTRAVEL

  3. Thomas sagt

    Super Bericht!
    Ich möch­te am 19.03 nach Banaue, aber wenn du meinst, Batad sei ein eben­so lohens­wer­ter Abste­cher, dann fah­re ich mit dem Nacht­bus dort­hin.
    Darf ich fra­gen, wo und wie ihr eine Unter­kunft bekom­men habt, via AirB­nB?

    Dan­ke für dei­ne Hil­fe 🙂

  4. Du kannst nicht direkt nach Batad fah­ren!
    Man fährt mit dem Nacht­bus van Mani­la nach BANAUE. Dort kommst du mor­gens an und suchst dir eine Blei­be. Ich bin ein­fach direkt in das zen­tral gele­ge­nen People’s Lodge gegan­gen. Nor­mal bucht man das vor­her, vor allem im März! Von dort unter­nimmst du dann am sel­ben Tag oder in den nächs­ten Tagen einen Tages­aus­flug nach Batad wie ich es oben beschrie­ben habe.
    .
BG, Peter

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