Costa Rica
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Mon­te­ver­de — Tipps zu High­lights & Akti­vi­tä­ten im Regen­wald

Blick über den Regenwald von Monteverde in Costa Rica

Früh am Mor­gen star­te ich von San José (Cos­ta Rica) zum Berg­dorf Mon­te­ver­de (5.000 EW). Das sind rund 140 Kilo­me­ter für die man 3 Stun­den ein­pla­nen soll­te. Der Ort liegt nord­west­lich von San José mit­ten im Regen­wald oder auch Nebel­wald. Das Gebiet ist wegen sei­ner zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten im Tou­ris­mus beson­ders bei Natur­lieb­ha­bern, Wan­de­rern bzw. Trek­king Fans und Adre­na­lin­jun­kies beliebt.

 

Akti­vi­tä­ten & High­lights in und um Mon­te­ver­de

  • Erfor­schen des Regen- und Nebel­wal­des
  • Vogel­be­ob­ach­tung (Bird­watching)
  • Cano­py Tou­ren / Zipli­ning
  • Hän­ge­brü­cken­tou­ren im Regen­wald
  • (Geführ­te) Wan­der­tou­ren (Trek­king)
  • Nacht­wan­de­run­gen
  • Besich­ti­gung der Kaf­fe­plan­ta­ge Life Ver­de
  • Sug­arca­ne Tour
  • Scho­ko­la­den­tour
  • Wald­ba­den

Natio­nal­park Mon­te Ver­de Cloud Forest Reser­ve

Unterwegs im Nationalpark Monteverde

Nach dem Ein­che­cken in Mon­te­ver­de im Hotel El Establo besu­che ich als ers­tes das Tro­pi­cal Sci­en­ti­fic Cen­ter im Mon­te Ver­de Cloud Forest Reser­ve. Nor­ma­ler­wei­se wan­de­re ich lie­ber allei­ne durch die Gegend. Hier mache ich aber zum Glück eine Aus­nah­me. Im Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­ons­zen­trum buche ich einen Gui­de.
Bei der Füh­rung mit mei­nem Gui­de Raul bekom­me ich erst­mal eine infor­ma­ti­ve Ein­füh­rung.
Es ist kaum fass­bar, dass hier vor 50 Jah­ren, als das Mon­te­ver­de Cloud Forest Reser­vat von Geor­ge und Har­riet Powell gegrün­det wur­de, noch ein ein­fa­ches Feld war. Jetzt ist alles ein dich­ter Wald, in dem ein paar Pfa­de ange­legt wur­den. Mon­te­ver­de heißt über­setzt „grü­ner Berg“. Und in die­sem in 1.500 Meter Höhe gele­ge­nen, wohl bekann­tes­tem Natur­schutz­ge­biet von Cos­ta Rica sieht man grün in allen Vari­an­ten. Da der Regen­wald fast stän­dig in Nebel bzw. Wol­ken ein­ge­hüllt ist, herrscht hier eine hohe Luft­feuch­tig­keit. Das wie­der­um bewirkt eine beson­ders arten­rei­che Vege­ta­ti­on und ist somit ein Para­dies für Öko­tou­ris­mus und Natur­lieb­ha­ber.

Bei mei­nem Besuch macht der Regen­wald sei­nem Namen alle Ehre: ich erwi­sche einen ver­mut­lich typi­schen Tag. Das bedeu­tet, es reg­net. Aller­dings nicht sehr stark. 

Bei der gut 2‑stündigen Tour bekom­me ich vie­le Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und sehe Tie­re, die ich sonst sicher nicht ent­deckt hät­te. Gleich am Anfang zB das Faul­tier oder spä­ter die vie­len ver­schie­de­nen Arten von Vögeln wie den Eme­rald Tukan oder den Bell­bird (Glo­cken­vo­gel) mit sei­nem eigen­ar­ti­gen metal­li­schen Rufen. Selbst den extrem sel­te­nen Quetz­al, den Wap­pen­vo­gel Gua­te­ma­las, ent­de­cken wir zwi­schen den Bäu­men. An man­chen Stel­len blei­ben wir ste­hen und Raul bringt sein Tele­skop­fern­rohr in Posi­ti­on. So sehen wir die Vögel, die wir mit blo­ßem Auge kaum aus­ma­chen konn­ten. Vor allem aber kön­nen wir durch einen Vor­satz auf dem Fern­rohr mit dem Han­dy foto­gra­fie­ren.
Für die Fans von Koli­bris gibt es nach Abschluss der Tour die Mög­lich­keit an der 150 m vom Ein­gang ent­fern­ten, frei zugäng­li­chen Trän­ke des Café Coli­bri, die Vögel zu bewun­dern. Hier tum­meln sich rund 20 ver­schie­de­ne Koli­bri­ar­ten!

Ein­tritts­kos­ten für den pri­va­ten Park belau­fen sich auf 22 US$ (Stu­den­ten 10 US$). Gui­de-Kos­ten 20 US$ für die gut zwei­stün­di­ge Tour.
Anfahrt von Mon­te­ver­de oder San­ta Ele­na: Von der Ban­co Nacio­nal in San­ta Ele­na fah­ren täg­lich vier Bus­se für weni­ger als 2 US$ zum Reser­vat Mon­te­ver­de und bis 16 Uhr auch wie­der zurück.
Tou­ren gibt es eben­falls durch das weni­ger erschlos­se­ne San­ta Ele­na Reser­vat. Ein Vor­teil die­ses Reser­vats ist es, dass es nahe am Hän­ge­brü­cken­park Sel­va­t­u­ra liegt.

Costa Rica: Birdwatching im Nationalpark Monteverde

Costa Rica: Birdwatching im Nationalpark Monteverde

Night­walk im Regen­wald von Mon­te­ver­de

Am Abend des­sel­ben Tages mache ich dann im San­ta Maria Reser­ve, in der Nähe von mei­nem Hotel, noch einen geführ­ten Night­walk. Lei­der hat der Regen zuge­nom­men und so ist das für mich in die­sem Fall nicht unbe­dingt ein Ver­gnü­gen. Aber, wenn man schon mal hier ist….
Prei­se für den Night­walk im Regen­wald von Mon­te­ver­de: Ca 90 — 150 Minu­ten incl Abho­len und Gui­de 25 — 33 Dol­lar. Prei­se abhän­gig davon, ob mit oder ohne Abho­lung. Taschen­lam­pen wer­den gestellt.
Mein Fazit: Das Mon­te Ver­de Cloud Forest Reser­ve soll­te man unbe­dingt besu­chen. Ich emp­feh­le auch einen Gui­de zu neh­men. Man erfährt sehr viel und sieht Din­ge, die man allei­ne sicher nicht ent­deckt hät­te!
Der Night­walk war jetzt nicht so mein Ding. Viel­leicht ist das aber auch dem Regen geschul­det.

Regenwald von Monteverde

Ruta elec­tri­ca — Pilot­pro­jekt für nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus in Cos­ta Rica

Im Anschluss an die Tour durch das „Reser­vat Wol­ken­wald“ — Mon­te Ver­de Cloud Forest Reser­ve — erfah­re ich von einem span­nen­den Pro­jekt, der Ruta elec­tri­ca.
Um im Tou­ris­mus neue Wege zu gehen, will Cos­ta Rica mit gutem Bei­spiel vor­an­ge­hen.
Als zukunfts­wei­sen­de Inspi­ra­ti­on für tou­ris­ti­sche Desti­na­tio­nen, aber natür­lich auch um sei­nen Ruf als Eco-Desti­na­ti­on zu wah­ren und ande­ren Län­dern zuvor­zu­kom­men, soll es für 3 — 5 Jah­re kos­ten­lo­se (!) Auf­la­de­sta­tio­nen (Char­ging Points) für Elek­tro-Autos geben. An die­ser Akti­on betei­ligt sind u.a. Hotels und Restau­rants.

Die­ses Pilot­pro­jekt für loka­len und inter­na­tio­na­len Tou­ris­mus im Gebiet von Mon­te Ver­de ist ab August 2019 geplant.

Cano­py Tour über dem Nebel­wald von Mon­te­ver­de

In der Hoff­nung auf gering­fü­gig bes­se­res Wet­ter — ich bin ja schon beschei­den gewor­den — bre­che ich am nächs­ten Tag zu einer Cano­py Tour auf. 

Bei einer Cano­py Tour — wird oft auch ein­fach Zipli­ning genannt — „fliegt“ man über den Baum­wip­feln von hoch gele­ge­nen Platt­for­men über Wäl­der und Täler. Naja, so rich­tig fliegt man natür­lich nicht, d.h. man hängt fest­ge­ket­tet an ein sta­bi­les Stahl­seil und glei­tet über unter­schied­lich lan­ge Stre­cken­ab­schnit­te von Platt­form zu Platt­form.
Man­che trau­en sich anfangs nicht so rich­tig „los­zu­las­sen“. Es ist aber ein­fa­cher als es klingt und aus­sieht. Und Spass macht es auch, es sei denn…..

Canopy im Regenwald von Monteverde

Cano­py im Regen­wald von Mon­te­ver­de

Ich woll­te Cano­py immer schon­mal machen. Und dafür ist Cos­ta Rica für mich mit Abstand die ers­te Wahl. Ich habe es mal in Süd­afri­ka gemacht, war aber ent­täuscht. Das lag aller­dings an den doch sehr kur­zen und unspek­ta­ku­lä­ren Stre­cken­ab­schnit­ten.

In Cos­ta Rica wer­den Cano­py Tours häu­fig ange­bo­ten.
In Mon­te­ver­de heißt das dann Skyt­rek Zipli­ne Cano­py Tour.  Die gesam­te Stre­cke führt über 3 Kilo­me­ter, unter­teilt in 7 Abschnit­te. Der längs­te Stre­cken­ab­schnitt beträgt 780 Meter. Nach einer kur­zen Ein­wei­sung und einem „Pro­be­flug“ über 15 m geht es los.

Das Wet­ter bzw. der Regen hält sich zurück. Es herrscht zwar kein Son­nen­schein, aber immer­hin. Die ers­ten 2, 3 Bah­nen ver­lau­fen somit plan­mä­ßig und schon bald kann ich bei mei­nem Flug den Blick auf ein weit unter mir lie­gen­des Tal in vol­len Zügen genie­ßen. Dann fängt es wie­der etwas an zu reg­nen. Ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr! Schließ­lich sind wir bereits zu weit vom Star­punkt ent­fernt und haben unweg­sa­mes Gelän­de weit unter uns.

Canopy über dem Regenwaöd von Monteverde
Der Regen wird zuneh­mend stär­ker und peitscht mir bei dem nächs­ten Abschnitt ins Gesicht. An ent­spann­tes Gucken, geschwei­ge denn den Flug genie­ßen ist jetzt nicht mehr zu den­ken. Was am Anfang noch herr­lich war, ist mitt­ler­wei­le zu einer rei­nen Stre­cken­be­wäl­ti­gung gewor­den. Es gibt dann zwar noch­mal eine kur­ze Regen­pau­se, aber nur, um bei der vor­letz­ten Stre­cke — das ist die mit den 780 Metern längs­te — rich­tig zuzu­schla­gen.
Augen zu und durch.

Mitt­ler­wei­le  bin ich nass bis auf die Kno­chen, denn mei­ne viel zu dün­ne Regen­ja­cke hat schon lan­ge ihren Dienst auf­ge­ge­ben. Und kalt ist mir oben­drein.
Nach der letz­ten Etap­pe lan­de ich auf einer Platt­form.
Ich seh­ne mich nach fes­tem Boden und will die Trep­pe nach unten neh­men. Das sind nur noch 30 Meter, aber die Trep­pe endet plötz­lich auf hal­ber Höhe, mit­ten in der Luft.
Hä? Bin ich bescheu­ert?
Die kann doch nicht ein­fach im Nir­gend­wo enden!
Kann sie doch, wie sich dann raus­stellt!
Und wie soll ich da jetzt run­ter kom­men?
Zurück zur Platt­form mit einem deut­li­chen Fra­ge­zei­chen und stei­gen­dem Unmut in mei­nem Gesicht!
Dort gibt es die Erklä­rung vom Gui­de: ent­we­der absei­len oder ein­fach sprin­gen.
Ein­fach sprin­gen? Mei­nen die das im Ernst?
Yep!
Der freie Fall soll dann immer­hin freund­li­cher­wei­se durch ein Siche­rungs­seil kurz vor dem Boden gestoppt wer­den.
Ich ent­schei­de mich für die Abseil-Vari­an­te.

Mein Fazit: Bei weni­ger Regen oder sogar Son­nen­schein ein tol­les Erleb­nis. Das iTüp­fel­chen ist wahr­schein­lich das (teu­re)  Aus­lei­hen einer GoPro im Emp­fangs­cen­ter.

Hän­ge­brü­cken­wan­de­rung — Sky­walk Han­ging Brid­ges

Schild zur Hängebrücke Nr. 5 im Regenwald von Monteverde

Wenn man in die­ser Ecke ist, ist die Hän­ge­brü­cken­wan­de­rung ein Muss. Start­punkt ist auch hier die Boden­sta­ti­on vom Cano­py. Da ich vom Zipli­ning eh durch­nässt bin, will ich das dann auch noch durch­zie­hen. Schließ­lich will ich auch Fotos machen.
Also zie­hen wir mit einem Gui­de los.

Ich kür­ze das Gan­ze jetzt mal ab: Spass haben ist was ande­res. Der Regen legt mitt­ler­wei­le noch einen drauf. Immer­hin sehen wir von einer der Brü­cken die Brüll­af­fen, die wir immer wie­der gehört, aber bis­her nicht zu Gesicht bekom­men haben. Wie sie da so unter eini­gen gro­ßen Zwei­gen kau­ern, sehen die aber auch nicht rich­tig glück­lich aus. Dabei soll­ten sie sowas doch gewöhnt sein!
Ich mache im strö­men­den Regen eine Rei­he von Fotos.
Und wenn ihr Euch bzw. mich jetzt fragt, war­um die hier nicht zu sehen sind, dann gießt ihr Öl ins Feu­er!
Durch den Regen habe ich näm­lich mei­ne Kame­ra geschrot­tet!

Mein Fazit: Eine Hän­ge­brü­cken­wan­de­rung gehört für mich genau­so zum Regen- und Nebel­wald wie ein Besuch des Mon­te Ver­de Cloud Forest Reser­ve. In bei­den Fäl­len soll­te man unbe­dingt an die pas­sen­de Klei­dung den­ken!

Hängebrücke im Regenwald von Monteverde

Wald­ba­den im Aguti Reser­ve

Eine mehr oder weni­ger inter­es­san­te Erfah­rung mache ich beim Wald­ba­den. Hier geht es dar­um sich selbst und die Natur mit allen Sin­nen erfah­ren zu wol­len. Offen­sicht­lich soll man bei die­ser aus Japan kom­men­den Bewe­gung in die Wald­at­mo­sphä­re ein­tau­chen, sich ent­span­nen und den Wald rie­chen, schme­cken, füh­len und erlau­schen. Dar­über hin­aus soll man mit sei­nem Lieb­lings­baum — mei­ner war übri­gens der Strang­ler Fig — reden und ihn umar­men.
Zuge­ge­ben, das ist nicht so mein Ding.
Mein Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht machen!

Waldbaden im Aguti Reserve in Costa Rica

Strang­ler Fig im Aguti Reser­ve

Scho­ko­la­den­tour

Das  argen­ti­ni­sche Café Cabu­ré  ist ein Restau­rant & Café am Paseo de Stel­la Tou­rist Cen­ter in “Alt Mon­te­ver­de”. Hier könnt ihr auf einer Scho­ko­la­den­tour  alles über Scho­ko­la­de erfah­ren.

Bes­te Rei­se­zeit für Mon­te­ver­de

Pazi­fik­küs­te und das Lan­des­in­ne­re: opti­mal von Novem­ber bis April.
Kari­bik­küs­te: Bes­te Rei­se­zeit im Febru­ar und März.
Mon­te­ver­de: Von Janu­ar bis April sind die tro­ckens­ten Mona­te.
Regen­zeit: Mai — Novem­ber. Es kann zu Über­schwem­mun­gen und unpas­sier­ba­ren Stra­ßen kom­men.
Ich war im Mai dort und emp­feh­le einen wirk­lich guten Regen­schutz! Mei­ner war sub­op­ti­mal. Mei­ne Kame­ra hat den Regen lei­der nicht über­lebt.
Für die rich­ti­ge Regen­wald­at­mo­sphä­re ist das aber die opti­ma­le Zeit.
Mein Tipp: Cano­py-Tou­ren und Hän­ge­brü­cken­wan­de­run­gen mög­lichst am frü­hen Mor­gen.
Es kann fri­scher wer­den als in ande­ren Gegen­den von Cos­ta Rica zu die­ser Zeit.

Unterkunft in Monteverde

Unter­kunft in Mon­te­ver­de

Anrei­se von San José

Das Bus­un­ter­neh­men Trans­mon­te­ver­de fährt für ca 5 US$ zwei Mal täg­lich von San José: 6:30 und 14:30 Uhr.
Fahr­zeit ca 5 Stun­den.
Zwi­schen dem Reser­vat Mon­te­ver­de, dem Reser­vat San­ta Ele­na und San­ta Ele­na fah­ren täg­lich meh­re­re Bus­se.

Ich war auf Ein­la­dung des Cos­ta Rica Tou­rism Board unter­wegs.

Eure Beloh­nung für mei­nen Bei­trag ist es, wenn Ihr ihn auf Eurem Soci­al Net­work teilt. Dan­ke!

2 Kommentare

  1. Ha, schön zu sehen, dass Mon­te­ver­de als Nebel- und Regen­wald nicht nur bei uns sei­nem Namen Ehre gemacht hat.
    Ganz so nass war es bei uns nicht, aber die Son­ne haben wir nicht gese­hen in Mon­te Ver­de. Bei uns war es im Novem­ber aber auch rich­tig kalt, wir sind dann an die West­küs­te geflo­hen.

    Pen­si­on San­ta Ele­na waren wir auch, sehr net­ter Laden.

    Grü­ße
    Chris­ti­an

    P.S.: Tut mir leid für Dei­ne Kame­ra!

  2. Pingback: San Jose: Ausflug zum Vulkan Irazu PETERSTRAVEL

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