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Chris­to – The Floa­ting Piers auf dem Lago d’Iseo

Christo Floating Piers, Lago d'Iseo, Iseo See, Insel San Paolo ©PetersTravel

Chris­to Floa­ting Piers auf dem Lago d’Iseo:
Gerech­net hat­te man mit 550.000 Besu­chern. Gekom­men sind dann aber knapp 1,3 Mil­lio­nen. Am 3. Juli 2016 hat­te die Chris­to-Instal­la­ti­on Floa­ting Piers auf dem Iseo See im Nor­den Ita­li­ens ihren letz­ten Tag.

Christo, The Gates im Central Park, 2005

Chris­to, The Gates im Cen­tral Park, 2005

Christo Floating Piers auf dem Lago d'Iseo @PetersTravel

Ich bin schon lan­ge ein Chris­to Fan. Nicht erst seit ich die Ver­hül­lung des Ber­li­ner Reichs­tag (1995) oder die Gates (2005) in New York im Cen­tral Park „live“ gese­hen habe.
Also auf zu den Floa­ting Piers auf dem Lago d’Iseo in Ita­li­en. Ich weiß, dass der Ansturm wesent­lich grö­ßer ist, als es sich die Ver­ant­wort­li­chen aus­ge­malt haben. Schließ­lich waren die Zei­tun­gen voll von Hiobs­bot­schaf­ten.

Also ste­he ich in aller Herr­gotts­frü­he auf und mache mich um vier­tel nach sechs auf den Weg!
Ich will mit dem Auto nach Sulza­no, denn dort beginnt der Steg, die Floa­ting Piers. Aber schon 8 km vor­her hat die Poli­zei die Schnell­stra­ße gesperrt. Ich muss umkeh­ren und ent­schei­de mich für Iseo, den klei­nen Ort direkt am See. Aber auch hier lässt mich die Poli­zei nicht in den Ort, obwohl ich spä­ter sehe, dass alle Park­plät­ze noch leer sind! Also par­ke ich den Wagen neben der Schnell­stra­ße (Straf­zet­tel bei der Rück­kehr!) und gehe den 1 Kilo­me­ter nach Iseo.

Schon gleich nach der Schnell­stra­ße sto­ße ich auf das Ende einer lan­gen Men­schen­schlan­ge, deren Anfang ich nicht ein­mal sehen kann.

Um 6:40 Uhr!

Ich erfah­re, dass es von Iseo ab 7 Uhr einen Shut­tle­bus nach Sulza­no geben soll.

Letzt­lich geht es dann zwar sto­ckend, aber doch schnel­ler als erwar­tet vor­an. Auf dem Weg nach Sulza­no kom­me ich an vie­len vor­bei, die sich zu Fuß auf den Weg gemacht haben.
In Sulza­no ange­kom­men rei­he ich mich gedul­dig in die brei­te Schlan­ge vor dem Rat­haus ein. Obwohl noch rela­tiv früh am Mor­gen, brennt die Son­ne schon ganz schön hef­tig.

Christo The Floating Piers, Lago d'Iseo, Iseo See, Sulzano vor dem Rathaus...

Mor­gens um 8 Uhr vor dem Rat­haus von Sulza­no…

Der Zugang zum eigent­li­chen Steg – den Floa­ting Piers — ist bald in Sicht­wei­te. Unmit­tel­bar vor dem Steg müs­sen wir unse­re Tickets vom Shut­tle­bus vor­zei­gen. Eini­ge wer­den zurück­ge­schickt. Wie ver­rückt ist das denn?

Christo Floating Piers, Lago d'Iseo, Iseo See. Die ersten Schritte...

Chris­to Floa­ting Piers: Die ers­ten Schrit­te…

Christo The Floating Piers, Lago d'Iseo, Iseo See. Entspannende Mädchengruppe ©PetersTravel

 

Dann habe ich es geschafft und betre­te den Steg, die Schu­he in der Hand.

Die Floa­ting Piers haben eine Län­ge von 3 Kilo­me­tern.
Die 16 Meter brei­ten Ste­ge bestehen aus 220.000 zusam­men­ge­füg­ten, im See von Tau­chern ver­an­ker­ten, schwim­men­den Kunst­stoff­wür­feln. Eine Flä­che wie ein rie­si­ges Was­ser­bett. Bespannt ist die gesam­te Flä­che mit einem safran­gel­ben, glän­zen­den, recy­cel­ba­ren Stoff.
Die Floa­ting Piers sind ca 35 cm hoch, fal­len zum Was­ser hin ab und haben kei­ner­lei Begren­zung!
Unge­si­cher­te Ste­ge – wir sind in Ita­li­en. Da sieht man so etwas rela­tiv locker. Ab und zu steht ein Mit­ar­bei­ter und ach­tet dezent dar­auf, dass man dem Was­ser nicht zu nahe kommt. Für den Fall der Fäl­le sehe ich ein paar Tau­cher. Außer­dem kreu­zen ein paar Schlauch­boo­te im See.

Christo Floating Piers, Lago d'Iseo @PetersTravel

Chris­to Floa­ting Piers auf dem Lago d’Iseo

Ursprüng­lich soll­ten die Floa­ting Piers rund um die Uhr geöff­net sein.
Der uner­war­te­te Besu­cher­an­sturm und eini­ge Schlecht­wet­ter­war­nun­gen füh­ren dazu, dass Abschnit­te zeit­wei­se geschlos­sen wer­den müs­sen und nach eini­gen Tagen die gan­ze Instal­la­ti­on zwi­schen Mit­ter­nacht und 6 Uhr früh gesperrt und Tei­le aus­ge­bes­sert wer­den.

Wie bei Chris­to üblich ist das eigent­li­che Pro­jekt für die Besu­cher umsonst. Die Kos­ten von 15 Mil­lio­nen Euro wer­den über den Ver­kauf sei­ner Wer­ke finan­ziert.

Die Floa­ting Piers füh­ren von Sulza­no zur Mon­te Iso­la, der größ­ten Insel in einem euro­päi­schen Bin­nen­ge­wäs­ser. Von dort gibt es noch mal zwei Zugän­ge zur Pri­vat-Insel San Pao­lo, die sich kurz davor zu einem Steg ver­ei­nen.

Christo Floating Piers auf dem Lago d'Iseo. Insel San Paolo im Privatbesitz der Beretta-Dynastie

Chris­to Floa­ting Piers auf dem Lago d’Iseo. Insel San Pao­lo im Pri­vat­be­sitz der Beret­ta-Dynas­tie

Christo Floating Piers auf dem Lago d'Iseo. Insel San Paolo im Privatbesitz der Beretta-Dynastie © by PetersTravel

Chris­to Floa­ting Piers: Insel San Pao­lo

Christo Floating Piers: Lago d'Iseo mit Monte Isola @PetersTravel

Chris­to Floa­ting Piers: Lago d’Iseo mit Mon­te Iso­la

Fotos von den Floa­ting Piers sind nur ein müder Abklatsch…

So schön sie auch sein mögen. Die Fotos sind nur ein müder Abklatsch und kön­nen das Erleb­nis kaum ver­mit­teln.

Es ist die Atmo­sphä­re, das Rund­um-Erleb­nis, was sich einem ein­brennt.

Man muss das leich­te Schwan­ken der Pon­tons und den sei­di­gen Stoff unter den Bar­fuß­soh­len spü­ren, den lau­en Wind und das sanf­te Geplät­scher des Was­sers.

Das gold­gelb des Stoffs glänzt in der Son­ne und bil­det einen wun­der­schö­nen Kon­trast zum strah­len­den Blau des Him­mels und dem dunk­len Grün des Was­sers.

Und selbst der Strom der Men­schen mit dem baby­lo­ni­schen Spra­chen­ge­wirr scheint irgend­wie dazu zu gehö­ren.

Ein paar Enten zei­gen sich von all dem Gewu­sel um sie her­um unbe­ein­druckt.

Und als sich der Maes­tro dann auch noch selbst die Ehre gibt und auf einem ein­stö­cki­gen Aus­flugs­boot vor den Floa­ting Piers auf und ab kreuzt bran­det Bei­fall auf…

Christo - Floating Piers auf dem Lago d'Iseo. Der Maestro gibt sich die Ehre...

Chris­to — Floa­ting Piers auf dem Lago d’Iseo. Der Maes­tro gibt sich die Ehre…

Christo Floating Piers, Lago d'Iseo ©PetersTravel

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7 Kommentare

  1. Duchemin Gaetane sagt

    Won­der­ful!!!
    So haben wir es auch genau erlebt aber wir sind auch am Vor­mit­tag von Iseo nach Sulza­no mit Hun­der­ten gelau­fen (der Weg war lang aber sehr hübsch).
    Ziem­lich unfair fan­den wir (auch) den Straf­zet­tel von 85 € bei unse­rer Rück­kehr gegen Mit­ter­nacht, bei unse­rer Ankunft waren auch vie­le Park­plät­ze in Iseo frei aber bei der Ein­fahrt stand “Chio­so”!
    Alles Bes­te wei­ter­hin! G@

  2. Ganz wun­der­bar! Da wäre ich auch gern dabei gewe­sen.
    Gib doch mal Bescheid, wenn du wie­der in Ber­lin bist und lass uns auf einen Kaf­fee tref­fen.
    Wür­de mich sehr freu­en!

    Habe dein Blog zum The­ma Lis­sa­bon wei­ter­emp­foh­len 🙂

    Lie­be Grü­ße
    Kat­rin

  3. susanne sagt

    ..so wars. Fast. Ich emp­fand die Men­schen­mas­se, die sich Schul­ter an Schul­ter vor­an schob, als zu ablen­kend und bedrän­gend. Ich war ‚Ruck-Zuck´ wie­der weg. Vie­le Grü­ße, Susan­ne

    • Hal­lo Susan­ne, dan­ke für dei­ne Anmer­kung.
      Es war offen­sicht­lich unter­schied­lich. Voll war es meis­tens. Das war mir aber vor­her klar. Schul­ter an Schul­ter habe ich nur in der War­te­schlan­ge erlebt…

  4. Hal­lo Peter,
    wow, so vie­le Men­schen!!! Die Bil­der sind so schön bunt gewe­sen, und die Idee des Künst­lers ist wirk­lich span­nend. Du lässt uns alle, die wir nicht dort sein konn­ten, dar­an teil­ha­ben, dan­ke dafür! 🙂
    Lie­be Grü­ße, Jean
    http://jean-abovetheclouds.com

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